Hilfe bei Störfällen

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Von dpa

Mi, 03. März 2021

Haus & Garten

Wartungsverträge: Ausfälle der Haustechnik reduzieren.

Wenn ausgerechnet am Sonntag die Heizung kalt bleibt oder alle Steckdosen tot sind, dann stehen erhebliche Reparaturkosten an. Handwerksbetriebe werben deshalb für Wartungsverträge als wirkungsvolle Vorbeugung gegen Ausfälle der Haustechnik.

Die regelmäßige Wartung von Heizungsanlagen ist dabei wohl am meisten verbreitet. Nach Einschätzung der Verbraucherzentralen können jährliche Inspektionen die Lebensdauer einer Heizungsanlage tatsächlich verlängern. Zudem verbreitet eine gut gewartete Heizungsanlage weniger Emissionen und verbrennt effizienter, was die Betriebskosten senken kann.

Doch auch die elektrischen Anlagen in Gebäuden können regelmäßig überprüft werden. In gewerblich genutzten Immobilien ist diese Wartung aus Gründen der Arbeitssicherheit sogar gesetzlich vorgeschrieben. "Auch in privaten Haushalten steht die Sicherheit im Mittelpunkt", erklärt Alexander Neuhäuser vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke.

Ausgebildete Elektriker gehen durch die Räume und kontrollieren, ob der Sicherungskasten, die Stromkreise, Steckdosen und Schalter korrekt funktionieren und sich in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden. Ein besonderes Augenmerk gilt den Messungen, in deren Rahmen etwa überprüft wird, ob der Fehlerstrom-Schutzschalter im Sicherungskasten einwandfrei funktioniert.

Die Wartung von elektrischen Systemen ist ein Fall für Profis, stellt Neuhäuser klar. "Nur ausgebildete Fachkräfte können die Messwerte zuverlässig ermitteln und interpretieren." Ein Elektronik-Check kostet im Schnitt rund 200 Euro für ein Einfamilienhaus. In welchem Turnus er durchgeführt wird, hängt vom Alter und Zustand der Immobilie ab.

Die Kosten kann man sich mitunter von der Gebäude- und Hausratversicherung zurückholen. "Manche Anbieter gewährleisten Prämiennachlässe für die regelmäßige Wartung der Gebäudeelektrik", sagt Neuhäuser. Diese mindert beispielsweise das Risiko für Brände, die durch Fehlfunktionen von elektrischen Anlagen verursacht werden. Inzwischen gibt es Wartungsverträge für nahezu alle technischen Elemente einer Immobilie, angefangen vom Dach, über die Solaranlage, den Anschlüssen für Elektromobilität bis hin zur Abwasserentsorgung.

Damit sich Wartungsverträge tatsächlich für die Kunden rentieren, gilt es vorab einiges zu beachten, sagt Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale NRW. "Wie bei jeder Handwerkerdienstleistung sollte man mehrere schriftliche Angebote einholen, da sich Preise und Leistungsumfang der Wartungsverträge sehr unterscheiden."

Deshalb ist es wichtig, das Leistungsvolumen genau zu fixieren. Per Vereinbarungen lassen sich Fahrt- oder Verschleißteilkosten entweder ein- oder ausschließen. Häufige Komponenten der Wartungsverträge sind Notdienstvereinbarungen und das Bereithalten von Ersatzteilen. Auch der Trend zum Smart Home wird Verträge nicht überflüssig machen, so Neuhäuser. Stattdessen würden Software-Updates für die Netzwerke und Apps an Bedeutung gewinnen.