Modekette

H&M behält Filialen in Südbaden trotz Stellenabbaus

Nina Witwicki

Von Nina Witwicki

Di, 16. Februar 2021 um 21:40 Uhr

Wirtschaft

H&M sieht die Branche im Wandel – auch wegen der Pandemie – und baut in Deutschland massiv Stellen ab. Die südbadischen Filialen der Modekette bleiben aber erhalten.

Keine der neun südbadischen H&M-Filialen ist zum aktuellen Zeitpunkt von einer Schließung betroffen. Das erklärt das schwedische Textilunternehmen Hennes und Mauritz in einem Schreiben auf BZ-Nachfrage.

Im November war bekannt geworden, dass der drittgrößte Modekonzern der Welt in Deutschland mehrere Filialen schließen und bundesweit 800 Mitarbeiter, also rund fünf Prozent der Belegschaft, abbauen will. Das Modeunternehmen betreibt unter anderem Filialen in Bad Säckingen, Rheinfelden, Lörrach, Weil am Rhein, Freiburg (2), Emmendingen, Lahr und Offenburg.

H&M sieht Branche im Wandel

H&M begründet diesen Schritt damit, dass sich die Einzelhandelsbranche aufgrund der Corona-Pandemie und des veränderten Kundenverhaltens der vergangenen Jahre in einem tiefgreifenden Wandel befinde. Das Ziel sei, wettbewerbsfähig zu bleiben, heißt es weiter. Ein Freiwillenprogramm, wie H&M es nennt, soll Mitarbeitern in umsatzschwachen Filialen mit einer Abfindung das Ausscheiden schmackhaft machen.

Nach Berichten der Magazine Business Insider und Der Spiegel will sich H&M mit diesem Programm hauptsächlich unflexibler Mitarbeiter entledigen. Dazu zählen den Berichten zufolge Beschäftigte mit Kindern, alleinerziehende Mütter, Ältere und Menschen mit Behinderung.

Gesamtbetriebsrat und Verdi kritisieren Handeln von H&M

Für diese Praxis erntet H&M nicht nur vom Gesamtbetriebsrat, sondern auch von der Gewerkschaft Verdi harsche Kritik. Durch das Freiwilligenprogramm würden die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte beim Stellenabbau umschifft, argumentiert Verdi Stuttgart. In der Landeshauptstadt sind vier Filialen vom Stellenabbau betroffen. Zudem würden, schreibt Verdi, Beschäftigte gezielt eingeschüchtert und unter Druck gesetzt, das Programm zu unterschreiben.

H&M weist diese Anschuldigungen zurück. Das Freiwilligenprogramm diene der Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen und richte sich nicht gezielt gegen Mütter, Kranke oder Menschen mit Behinderung. Die explizite Erwähnung dieser Personen im Freiwilligenprogramm sei notwendig gewesen, da sie sonst "automatisch von der Teilnahme am Freiwilligenprogramm ausgeschlossen" gewesen wären, schreibt das Unternehmen.