Autozulieferer in Oberkirch

IG Metall ist empört über PWO-Geschäftsführung

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Mo, 30. September 2019 um 20:30 Uhr

Wirtschaft

Ausgesprochen verärgert reagiert Ahmet Karademir, Geschäftsführer der Industriegewerkschaft (IG) Metall in der Ortenau, auf die Ankündigung der Firma PWO, den Tarifvertrag zu kündigen.

"Es ist nicht mit der IG Metall gesprochen worden." Stattdessen sei einfach ein Fax in der Geschäftsstelle der Gewerkschaft eingegangen. "Das ist einfach kein Stil", sagte Karademir am Montag der Badischen Zeitung: "Wenn der Vorstand auf uns zugekommen wäre, hätten wir uns die wirtschaftlichen Bedingungen angeschaut. Ich bin sicher, dass wir eine Lösung gefunden hätten." Dass die Wirtschaftslage sich in der Autobranche verschlechtert habe, stehe außer Frage. PWO leidet wie die meisten Autozulieferer unter der Flaute in der Branche. Deutschland ist der einzige größere Automarkt, in dem der Absatz steigt.

Der Autozulieferer PWO in Oberkirch hatte am Freitag angekündigt, zum Jahresende aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall auszutreten und mit der IG Metall einen Haustarif abschließen zu wollen. Als Grund wurde genannt, man wolle die Wettbewerbsfähigkeit des Stammsitzes stärken. Ziel ist es laut dem Unternehmen, "einen mittleren einstelligen Millionenbetrag" einzusparen.

Karademir hob nun hervor, dass es bei PWO einen bis Ende 2020 geltenden Ergänzungstarifvertrag gibt. Der war 2016 abgeschlossen worden und sieht unentgeltliche Mehrarbeit vor. Im Gegenzug gab das Unternehmen eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2020. Daran soll laut PWO-Mitteilung auch nicht gerüttelt werden. In dem Unternehmen werden 37,5 Stunden pro Woche gearbeitet, bezahlt werden 35 Stunden. Generell gilt in der Metallindustrie die 35-Stunden-Woche.

PWO beschäftigt weltweit rund 3300 Mitarbeiter, 1500 davon am Stammsitz in Oberkirch-Stadelhofen. Das Unternehmen hat gerade sein 100-jähriges Bestehen gefeiert.