Offenburg

IG Metall kritisiert, dass Arbeitgeber Sparprogramme weiter mit Corona rechtfertigen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 09. September 2020 um 20:08 Uhr

Offenburg

Laut dem Geschäftsführer Ahmet Karademir handelt es sich in vielen Fällen um längst geplante Sparprogramme. Die Gewerkschaft kündigt einen "heißen Herbst" an.

"Solidarität gewinnt!": Unter diesem Motto wehren sich IG Metall und Beschäftigte laut einer Presseerklärung gegen Sparpläne und Stellenstreichungen. Sie treten ein für sichere Arbeitsplätze und einen fairen Wandel in der Automobilindustrie und bereiten sich nach Angaben von Ahmet Karademir auf die anstehenden Tarifrunden im Herbst vor, die fast alle Branchen der IG Metall betreffen.

Trotz der leichten Besserung der Arbeitsmarktsituation sieht der Offenburger IG-Metall-Geschäftsführer keine Entwarnung der angespannten Situation. Immer noch versuchten einige Arbeitgeber, längst geplante Sparprogramme durchzuziehen und begründeten sie mit der Corona-Krise. "Das lassen wir nicht zu. Wir werden alles tun, um Beschäftigung zu sichern und den Menschen bei uns in der Region Perspektiven zu bieten. Die Arbeitgeber müssen sich auf einen heißen Herbst einstellen", betont Ahmet Karademir.

Erste Erfolge der Kampagne seien sichtbar

Die ersten Erfolge der Kampagne "Solidarität gewinnt!" seien sichtbar. Die zahlreichen Aktionen der Beschäftigten der vergangenen Wochen hätten in vielen Betrieben die Verhandlungsposition der IG Metall untermauert. Damit gehe man gestärkt in die Tarifverhandlungen im Herbst. Corona habe ein Brennglas auf einige Unternehmen in der Region gelegt: "Es wird deutlich, dass die Unternehmen, gerade in der Automobilindustrie, die Transformation vorantreiben müssen", sagt Karademir. Entscheidend für ihn sei, dass kein Wettbewerb nach unten entlang von sozialen Standards und Arbeitsbedingungen entstehe und mit den Vereinbarungen eine nachhaltige Strategie für eine elektrifizierte Zukunft festgeschrieben werde: "Wir rechnen damit, dass im Zuge der Transformation einige Arbeitsplätze technologisch bedingt wegfallen werden. Umso mehr kommt es darauf an, heutige Beschäftigte für die Aufgaben von morgen zu qualifizieren und Sicherheit im Wandel anzubieten", fordert der Erste Bevollmächtigte.

Auch die Politik sei gefordert

Bei der Bewältigung der Krise sei neben der IG Metall und den Arbeitgebern auch die Politik gefordert – vor allem beim Thema Kurzarbeitergeld. Das Kurzarbeitergeld sowie die tarifliche Aufstockung hätten erheblich dazu beigetragen, dass die Unternehmen Beschäftigte als Fachkräfte halten konnten – zum beiderseitigen Nutzen. "Unser Ziel ist dabei klar: ein besseres und gerechteres Kurzarbeitergeld, das Einkommen, Beschäftigung und Perspektiven sichert."