Coronavirus

In den September-Zahlen zeichnet sich schon die nächste Welle im Kreis Lörrach ab

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 03. Oktober 2022 um 18:01 Uhr

Kreis Lörrach

Nach einem Rückgang ist die Zahl der Corona-Infektionen zum Ende des Monats im Kreis Lörrach wieder deutlich gestiegen. Das Infektionsgeschehen entwickelt sich sehr dynamisch.

Der September scheint bei den Coronainfektionen ein Wendepunkt nach der Sommer-Entspannung und vor der nächsten Winter-Welle zu sein. Die geht aus der Bilanz des Landkreises hervor. Im September wurden dem Gesundheitsamt insgesamt 2243 Neuinfektionen gemeldet. Das sind zwar 178 Neuinfektionen weniger als im Vormonatszeitraum. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt zum 30. September aber wieder bei 478,9 gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, Ende August lag der Wert noch bei 146,8. Zusätzlich muss nach wie vor von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Die Zahlen sprechen für sich: Die Herbstwelle hat wie erwartet begonnen, derzeit entwickelt sich das Infektionsgeschehen sehr dynamisch. Weiterhin sind nahezu alle Corona-Fälle durch die Omikron-Variante des Virus bedingt.

Vier weitere Todesfälle

Die Zahl der stationär behandlungsbedürftigen COVID-19-Patienten stieg im September deutlich an. Durchschnittlich waren 15 Patienten mit COVID-19 in stationärer Behandlung, in den letzten Tagen stieg die Zahl kontinuierlich auf aktuell 30 Patienten an. Sowohl in den Kreiskliniken als auch in den Rehakliniken gibt es aktuell Häufungen mit zusammengerechnet 25 positiv getesteten Personen. Auch die Zahl der betroffenen Einrichtungen nimmt zu: In sechs Alten- und Pflegeheimen und in drei Behinderteneinrichtungen findet ein aktives COVID-19-Infektionsgeschehen statt. Die betroffene Personenzahl liegt in den Alten- und Pflegeheimen jeweils im einstelligen Bereich, in den Behinderteneinrichtungen im unteren zweistelligen Bereich.

Vier weitere Corona-Todesfälle wurden im September gemeldet, eine Person war über 50, eine Person über 80 und zwei Personen über 90 Jahre alt. Im Vormonat gab es acht Todesfälle. Seit Pandemiebeginn sind damit im Landkreis insgesamt 433 Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben, in diesem Jahr bislang 92.

Omikron-Sublinie BA.5 ist stark verbreitet

Sars-CoV-2 zirkuliert weiterhin in erheblichem Maße in der Bevölkerung. Das Virus verbreite sich überall dort, wo Menschen ohne Schutzmaßnahmen zusammenkommen, insbesondere in geschlossenen Räumen, heißt es in der Monatsbilanz des Landratsamts. Die höchste Gefährdung für schwere Erkrankungen betrifft Menschen höheren Alters mit Vorerkrankungen oder unzureichendem Immunschutz. Der weitere Verlauf der Pandemie und der Schutz von Risikogruppen hänge neben dem Auftreten neuer Virusvarianten und den Impfungen wesentlich vom Verhalten der Bevölkerung und der gegenseitigen Rücksichtnahme ab.

Vor dem Hintergrund hoher Inzidenzen durch die starke Verbreitung der Omikron-Sublinie BA.5 sollten die Empfehlungen zur Infektionsvermeidung weiterhin unbedingt eingehalten werden, lautet der Appell der Kreisbehörden. Beim Auftreten von Symptomen einer neu auftretenden Atemwegserkrankung wird – unabhängig vom Impfstatus und Erregernachweis – dringend empfohlen, Kontakte zu meiden und bei Bedarf die hausärztliche Praxis zu kontaktieren.

Einhaltung der Regeln weiter erforderlich

Des weiteren appelliert der Landkreis an die Bevölkerung, Impflücken zu schließen und Auffrischimpfungen entsprechend den STIKO-Empfehlungen vorzunehmen. Die Schutzwirkung lasse allerdings nach wenigen Monaten nach, sodass angesichts der weiterhin hohen Zahl von Neuinfektionen die konsequente Einhaltung der AHA+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßig lüften) und eine Kontaktreduktion erforderlich bleiben. Die Empfehlungen gelten auch für Geimpfte und Genesene, heißt es in der Mitteilung des Landkreises.