In Günterstal ist’s sehr sicher

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Do, 16. Mai 2019

Freiburg

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gibt es in dem Stadtteil sechsmal weniger Straftaten als in der Wiehre.

FREIBURG-WIEHRE. Im vergangenen Jahr hat der neu eingerichtete kommunale Vollzugsdienst (VD) 10 000 Mal mit Bürgern geredet und 11 000 mündliche Verwarnungen ausgesprochen. Ein Einsatzschwerpunkt waren außer der Altstadt die Stadtteile Wiehre und Vauban. "Da sind wir oft unterwegs", sagte VD-Leiter Ramon Oswald bei der vierten Sicherheitskonferenz von Stadtverwaltung und Polizei, bei der es um Wiehre, Vauban und Günterstal ging. Genau wie bei den vorausgegangenen Veranstaltungen war die Besucherresonanz sehr gering.

Die Sicherheitskonferenzen, die derzeit reihum in den Stadtteilen stattfinden, sind ein Baustein der Sicherheitspartnerschaft, die Stadt und Land vor zwei Jahren geknüpft haben. Ziel ist, die Kriminalität in Freiburg zu verringern und das subjektive Sicherheitsgefühl zu erhöhen.

In den Stadtteilen Wiehre, Vauban und Günterstal sei die Zahl der Straftaten sehr unterschiedlich, berichtete der Leiter des örtlichen Bezirksdienstes, Dominik Demps. 2018 habe es in der Wiehre 2419 Straftaten gegeben, in Vauban 242 und in Günterstal 34. Diese großen Unterschiede relativieren sich allerdings, wenn man die Zahl der Straftaten auf die Bewohner umrechnet. In der Wiehre mit ihren knapp 25 000 Einwohnern ergeben sich 97 Straftaten auf 1000 Einwohner. Das sind rund doppelt so viele wie in Vauban (5400 Einwohner, 45 Straftaten pro 1000 Einwohner) und sechsmal mehr als in Günterstal (2100 Einwohner, 16 Straftaten pro 1000 Einwohner).

Dass in der Wiehre vergleichsweise viel passiere, liege vor allem an der Nähe zur Innenstadt, sagte Demps. Schwerpunkte gebe es am Dreisamufer und rund um die Johanneskirche. An beiden Plätzen hielten sich Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen auf, außerdem gebe es an der Johanneskirche einen Supermarkt, der bis 24 Uhr geöffnet habe. In der Statistik tauchen aber auch Schwarzfahrer und Fahrraddiebstähle auf. In Vauban konzentrierten sich die Straftaten auf den Paula-Modersohn-Platz, Schwarzfahrer treiben die Statistik zudem an der Endhaltestelle Innsbrucker Straße hoch. Und in Günterstal? "Da herrschen paradiesische Zustände", meinte Demps.

Die vierte Sicherheitskonferenz war noch einmal schlechter besucht als die ersten drei. Von den rund 36 000 Bewohnern, die in Wiehre, Vauban und Günterstal leben, nutzten noch nicht einmal zwei Dutzend das Angebot. Und im Publikum saßen zudem mehrere offizielle Vertreter der Bürgervereine sowie Ingo Heckwolf, Quartiersarbeiter in der Unterwiehre. Er bemängelte, genauso wie Gerd Nostadt vom Ortsverein Günterstal, dass es teilweise lange dauere, bis die Stadtverwaltung auf Hinweise zu "Angsträumen" reagiere und Hecken stutze oder Lampen anders anbringe. Ein Bewohner der Unterwiehre berichtete, dass es am Bolzplatz an der Ecke Skagerrak-/Langemarckstraße zuletzt vermehrt Drogenkriminalität gegeben habe. Das sei der Polizei bereits bekannt, sagte der Leiter des zuständigen Polizeireviers Süd, Gabriel Winterer. Er riet den Bürgern, sich sofort – auch nachts – beim Polizeirevier zu melden, sobald sie etwas Auffälliges bemerken.