Gemeinderat Lahr

Jürgen Durke spricht sich gegen Tierhaltung im Stadtpark aus

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Di, 07. Juli 2020 um 18:30 Uhr

Lahr

Gegen die Stimmen von Linke Liste Lahr & Tierschutzpartei hat der Lahrer Gemeinderat dem Umbau des Damwild-Geheges im Stadtpark zugestimmt.

Das Damwild wird nicht aus dem Stadtpark in den Seepark umziehen. Stattdessen wird das Gehege im Park modernisiert. Diesem Vorschlag der Verwaltung hat der Gemeinderat am Montag zugestimmt. Lediglich Lukas Oßwald, Rausan Öger und Jürgen Durke (Linke Liste Lahr & Tierschutzpartei) stimmten dagegen. Durke übte grundsätzliche Kritik an der Tierhaltung im Park.

Durke: Geld wäre für echten Tierschutz besser eingesetzt

Beim Umbau gehe es in erster Linie um eine dekorative Aufwertung, die mehr den Besuchern als den Tieren diene. Der Beschluss werde der ursprünglichen Idee aus dem Stadtgulden-Projekt, dem Damwild eine artgerechtere Haltung einzuräumen, nicht gerecht. "Die zooartige Tierhaltung im Stadtpark ist generell zu hinterfragen", so Durke weiter.

"Ein Zoo vermittelt den Menschen und vor allem den Kindern, dass es normal und richtig ist, Tiere auf kleinstem Raum lebenslänglich einzusperren." Große Besuchermengen und innerstädtischer Lärm führten aber zu Verhaltensstörungen bei den Tieren.

Das Damwild gehöre nicht zwischen Mauern und Zäune, sondern auf die "grüne Weide", sprich in die Natur. Die 120 000 Euro für den Umbau würden an falscher Stelle investiert. "Für echten Tierschutz wären sie besser eingesetzt."

Befürworter des Tiergeheges: Damwild erhält mehr Platz

Durke wünscht sich "Attraktionen ohne Zoohaltung und Tierleid" für den Stadtpark. Stattdessen müssen den Menschen die Möglichkeit zur Tierbeobachtung in der Natur bewusster und zugänglicher gemacht werden. Um dies zu erreichen, kann er sich eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe zur Neukonzeption des Stadtparks vorstellen.

Der Großteil der Stadträte teilt aber die Position der Verwaltung: Wenn Lama und Ponys abgegeben werden, erhält das Damwild mehr Platz und somit bessere Bedingungen im neuen Gehege. Rebecca Bohnert und die Grünen sorgen sich vielmehr um die Meerschweinchen, für die ein Umzug in ein neues Gehege großen Stress bedeuten könne.