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Kabarettistin Kebekus: Kritik an Kirche - Zuspruch für Maria 2.0

kna

Von kna

Fr, 10. Juli 2020 um 07:19 Uhr

Panorama

Die Kabarettistin Carolin Kebekus hat erneut die katholische Kirche aufs Korn genommen und zugleich die Forderungen der Bewegung Maria 2.0 nach mehr Beteiligung von Frauen unterstützt.

In ihrer Carolin Kebekus Show in der ARD präsentierte sie am Donnerstagabend ein Video, in dem sie der Kirche vor allem Frauenfeindlichkeit vorwirft. "Alte Männer am Altar, Frauen kannst Du ewig suchen", heißt es in dem neuen Rap der 40-Jährigen: "Moses teilt das Meer, wir teilen Käsekuchen."

Weiter singt sie etwa: "Bei der Priesterweihe kommen wir nicht an die Reihe, nächster Papst wird eher "n Heide, als jemand mit "ner Scheide." Eine schwarze "Göttin" tritt auf und betont unter anderem: "Was Vatikan, das kann Mutti schon lange".

Junge schwarze Frau zur Päpstin gewählt

Im Refrain heißt es: "Alle Ladies in Gottes Gemeinden, es ist Zeit, unsere Stimme zu vereinen" und "alle Girls, Mamas und Mädchen, werft die Hände hoch für die erste Päpstin". Am Ende des Videos mit dem Titel "Im Namen der Mutter" wird eine junge schwarze Frau zur Päpstin gewählt.

In der Show nahm sie außerdem Bezug auf die Forderung der Bewegung Maria 2.0 nach mehr Rechten für Frauen in der Kirche. Zugleich erwähnte sie Papst Johannes Paul II., der 1994 erklärt hatte, die Kirche habe keine Befugnis, Frauen zu Priesterinnen zu weihen. In Zukunft, so die Kabarettistin weiter, würden vermutlich noch viele Frauen aus der Kirche austreten, obwohl sie eigentlich bleiben wollten, in ihren Gemeinden tief verwurzelt seien und ihren Glauben leben wollten.



Kebekus ergänzte, sie selbst sei zwar aus der Kirche ausgetreten, fühle sich aber weiterhin als katholisch getaufte Christin: "Also ich kann diese Verbundenheit der Frauen von Maria 2.0 mit der Gemeinde und dem Glauben absolut nachvollziehen." Für sie sei es ein riesiges Rätsel, warum man nicht das Engagement dieser Frauen nutzt.

Wörtlich sagte die 40-Jährige weiter: "Euer Laden geht den Bach runter, und da stehen schlaue, hochintelligente, studierte Frauen voller Liebe für ihre Kirche und wollen helfen." Zum Schluss ihrer Ausführungen appellierte Kebekus: "Ich hoffe auf Veränderungen, und ich hoffe, dass jetzt alle Frauen die Kirchen stürmen und sie zu neuem Leben erwecken."

Video "Dunk den Herrn" sorgt für Aufregung

Kebekus hatte unter anderem 2013 mit dem Video "Dunk den Herrn" für Aufregung gesorgt. In dem Beitrag leckte die als Nonne verkleidete Komikerin mehrfach an einem Kruzifix. Zudem gab es Anspielungen auf den sexuellen Missbrauch durch Priester.

Das Video sorgte für rund 100 Anzeigen. Die Kölner Staatsanwaltschaft stellte aber die Ermittlungen ein, da Satire im Sinne der grundgesetzlich garantierten Kunstfreiheit hinzunehmen sei. Der WDR nahm aber das Video aus dem Programm, woraufhin die Kabarettistin dem Sender Zensur vorwarf.

Für die Heute-Show im ZDF hatte Kebekus zudem versucht, sich am Rande der Bischofsvollversammlung 2013 in Trier als Päpstin zu bewerben. Kurz zuvor hatte Benedikt XVI. seinen Rücktritt angekündigt.