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Kanzlerfrage: Laschet und Söder treffen bei Sitzung aufeinander

afp

Von afp

Di, 13. April 2021 um 13:03 Uhr

Deutschland

Der Kampf und die Kanzlerkandidatur geht in die nächste Runde: An der heutigen Unionsfraktionssitzung nehmen sowohl Laschet als auch Söder persönlich teil – entscheidet sich dort die K-Frage?

CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder nehmen am Dienstagnachmittag an der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag teil. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Morgen aus Parteikreisen. Damit geht das Rennen der beiden Männer um die Kanzlerkandidatur der Union in eine weitere Runde. Wann eine Entscheidung fällt, ist offen.

Vor der Fraktionssitzung sprachen sich laut einem Bericht 17 CDU-Abgeordnete für Söder aus und lediglich zehn für Laschet. Das Portal "Watson" fragte bei allen 245 Fraktionsmitgliedern an und erhielt nach eigenen Angaben 59 Antworten. Dabei hätten sich 17 CDU- und zwölf CSU-Abgeordnete für Söder als Kanzlerkandidaten ausgesprochen.

CDU-Spitze steht hinter Laschet

Zehn Abgeordnete - alle aus der CDU - unterstützten demnach Laschet. 20 weitere Politikerinnen und Politiker antworteten zwar auf die Anfrage, äußerten aber keine Präferenz.

Am Montag hatten sich die Spitzengremien der CDU hinter Laschet als Kanzlerkandidaten gestellt, während das CSU-Präsidium Söder unterstützte. In den nächsten Tagen werde sicher "noch ein paar Mal" gesprochen, sagte Söder danach. Er verwies dabei auch auf die die Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von einer Abstimmung in der Sitzung ging er aber nicht aus.

"Ich wollte, will und werde mich da heraushalten." Angela Merkel
SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kritisierte das "Schaulaufen der Kandidaten" bei der Union. "Das hilft dem Land überhaupt nicht", sagte er am Dienstag in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv. "Alle reden über das Infektionsschutzgesetz und über die Frage, wie wir Corona bekämpfen können. Nur bei der Union streitet man sich um sich selbst."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dagegen hat einen Kommentar zum unionsinternen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur erneut abgelehnt. Auf die Frage, ob sie fürchte, dass der anhaltende Wettkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder dazu führen könne, dass die Union am Ende das Kanzleramt verliere, sagte Merkel am Dienstag in Berlin: "Ich wollte, will und werde mich da heraushalten."

Und auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will sich nicht in den Wettbewerb in der Union um die Kanzlerkandidatur einmischen. "Ich glaube, da haben sie schon mit sich selber genug zu tun", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. "Aber spannend ist es schon."

Er glaube nicht, dass das Duell zwischen CDU-Bundesparteichef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder Auswirkungen auf die Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg haben werde, sagte er. Nach der Landtagswahl vor einem Monat hatten sich die Südwest-Grünen als klarer Sieger auf Drängen Kretschmanns entschieden, eine zweite Regierungszeit mit der geschwächten CDU ausloten.

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