Katholisch und frauenbewegt

Johanna Hoegg

Von Johanna Hoegg

Do, 25. Juli 2019

Lörrach

Die Kfd St. Peter feiert ihr 25-Jahr-Jubiläum / Schon vor Maria 2.0 haben die Mitglieder Unstimmigkeiten aufgespürt.

LÖRRACH. Schon vor 20 Jahren haben sie ein Gespür entwickelt für Unstimmigkeiten im menschlichen Miteinander. Sie überklebten Textzeilen in Liederbüchern, die nur männliche Ansprechpartner nannten. Sie ersetzten "Brüder" durch "Menschen" oder fanden neutrale Formulierungen. Darauf sind die 30 Mitglieder der Kfd St. Peter stolz und freuen sich, ihr 25-jähriges Bestehen feiern zu können.

Als Frauenkreis hatte es begonnen, woraus mit Unterstützung des damaligen Pfarrers Franz Kreutler 1994 die Kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) gegründet wurde. Innerhalb des 450 000 Mitglieder zählenden größten Frauenverbands in Deutschland ist die Gruppe aus St. Peter zwar klein, aber sehr lebendig. Mit 30 hoch motivierten und diskussionsfreudigen Frauen zwischen 50 und 94 Jahren widmet sich der Kreis spezifischen Frauenthemen mit Fokus auf Glaubensfragen. So ist es nur natürlich, dass "Maria 2.0" aktuell diskutiert und unterstützt wird.

"Wir waren zwar nicht demonstrieren wie die Frauen in Freiburg, aber wir haben uns seit Beginn unseres Kreises für das Diakonat der Frauen in der katholischen Kirche ausgesprochen", sagt überzeugend Christa Langer, die seit der Gründung an der Spitze des Teams steht. Acht Jahre hat sie in dieser Eigenschaft pausiert, seit fünf Jahren ist sie zusammen mit Gerda Zimmermann, Paula Hirschberger und Hildegard Eberhard wieder Impulsgeberin für vielerlei anregende Themen.

Einmal monatlich ist ein abendliches Treffen angesagt mit religiösen, kulturellen, bunten Themen, die Raum lassen für Gedankenaustausch. Das fördert das Miteinander verschiedener Generationen. Der Glaube ist Grundlage und Wegweiser für die Gemeinschaft, die sich in verschiedensten Lebenssituationen unterstützt. Daneben gibt es Treffen mit Gleichgesinnten aus dem Dekanat, Bastel-Treffs in Vorbereitung des großen Basars, bei dem individuell gestaltete Adventskalender und Selbstgebackenes alljährlich begehrt ist. In früheren Jahren organisierte man auch eine Babykorb-Aktion, bei der gebrauchte Kinderkleidung über den Caritas-Verband an Familien weitergegeben wurde. Gesellige Zusammenkünfte kommen nicht zu kurz. Jede ist eingeladen, sich dem Kreis anzuschließen und Talente und Fähigkeiten einzubringen.

"Kirche ist Heimat – ist sie das noch?" war kürzlich ein vielschichtig diskutiertes Thema – hochaktuell durch die Tatsache, dass die Kirche St. Peter derzeit wegen möglicher baulicher Gefährdung ihrer Besucher geschlossen bleibt und die Gottesdienste im nüchternen Gemeindesaal abgehalten werden müssen. "Wir haben unsere Gedanken dazu aufgeschrieben und festgehalten, denn diese Situation trifft uns hart", sagt Christa Langer.

Am Sonntag, 28. Juli, findet im Gemeindesaal ein Festgottesdienst zum 25-jährigen Bestehen der Kfd St. Peter statt. Pfarrer Thorsten Becker findet in Franz Kreutler einen Konzelebranten. Symbolisches Thema dabei ist "Getragen im Netz". Der Chor "Canto allegro" unter Leitung von Andreas Mölder gibt die festliche Umrahmung. Es schließt sich ein Apéro für die Gäste an mit Sekt, Gugelhupf und Häppchen. Die Gründungsmitglieder, von denen noch acht dabei sind, wurden schon bei der Hauptversammlung im Januar geehrt. Am darauffolgenden Montag, 29. Juli, ist ein fröhliches Grillfest zum Jubiläum geplant.