Gendergerechte Sprache

Keine Angst, ihr Männer seid auch angesprochen

Lioba Schneyinck

Von Lioba Schneyinck (Freiburg)

Sa, 27. Februar 2021

Leserbriefe

Zu: "Ein krampfhaftes Bemühen", Leitartikel von Stefan Hupka (Kommentar & Analyse, 6. Februar)

Mir kam beim Lesen des Leitartikels von Stefan Hupka – gemeint ist die Verkomplizierung der Sprache durch eine gendergerechte Ausdrucksweise – eine Idee: Die nächsten zehn oder 20 Jahre benutzen wir alle ausnahmslos die weibliche Form der Wörter, also nicht mehr Bürger, sondern Bürgerin, nicht mehr Leser, sondern Leserin. Das wäre doch viel einfacher.

Mich interessiert brennend, wie sich die Benutzung der weiblichen Form auf unser Gefühl, auf unser Selbstverständnis und Selbstbewusstsein als Mann und als Frau auswirken würde. Keine Angst, ihr Männer, ihr seid auch ausgesprochen, steckt doch die männliche Form Bürger ohnehin im Wort Bürgerin drin. Außerdem würde ich von Ihnen, Herr Hupka, gerne wissen, ob Sie diesen Vorschlag befürworten könnten. Ganz toll fände ich es, wenn die Badische Zeitung mit gutem Beispiel vorangehen würde und ab nächster Woche in der BZ nur noch die weibliche Form verwenden würde. Auf diese Weise könnte sie Freiburgs Ruhm steigern: Freiburg wäre die genderfreundlichste Stadt in Deutschland. Nur Mut, liebe Journalistinnen von der BZ. Der Vorschlag ist durchaus ernst gemeint. Die Bürgerinnen Freiburgs werden es euch danken. Wir Einwohnerinnen von Freiburg wären um eine wesentliche Erfahrung bereichert. Und nicht vergessen, ihr Männer: Die männliche Form ist immer mit gemeint und auch im Wort selbst sichtbar. Lioba Schneyinck, Freiburg