Baden-Württemberg

Kinder mit Schnupfen dürfen in die Kita

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Fr, 31. Juli 2020 um 16:55 Uhr

Südwest

Wenn ein Kind Schnupfen hat, darf es dann in die Kita oder in die Schule? Wegen Corona hat diese Frage in den vergangenen Wochen für viel Unsicherheit gesorgt. Nun gibt es eine klare Regelung.

Die Wochen der Unsicherheit für Eltern, Kindertagesstätten, Schulen und Kinderärzte, bei welchen Symptomen ein Kind unter Corona-Verdacht zu Hause bleiben muss, sollen vorbei sein. Das Landesgesundheitsamt hat eine neue Handreichung veröffentlicht, die detaillierte Kriterien nennt. Darin heißt es: "Schnupfen ohne weiteres Krankheitszeichen ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund."

Die Kinderärzte im Land hatten in den vergangenen Wochen viel zu tun. Weil Kindertagesstätten Kinder abwiesen, die Schnupfen hatten, sollten sie beurteilen, ob der Verdacht auf eine Corona-Infektion bestehe, und gegebenenfalls einen Test machen. Bis das Ergebnis vorlag, mussten die Kinder zu Hause bleiben. Deshalb waren auch die Eltern belastet. Zudem herrschte unter den Eltern Unmut, weil die Kindertagesstätten nicht einheitlich handelten. Und für die Schnupfen-Saison in Herbst und Winter war zu befürchten, dass dann nahezu alle Kinder zu Hause bleiben müssten.

Landesgesundheitsamt und Sozialministerium haben nun eine Handreichung für Kindertagesstätten und Schulen veröffentlicht. Danach dürfen Kinder mit einem "Schnupfen ohne weiteres Krankheitszeichen", also ohne Fieber und mit höchstens leichtem Husten, wie vor der Pandemie in die Einrichtungen kommen.

Ein "Ausschluss und ein Betretungsverbot" gelten, wenn das Kind ein "Covid-19-typisches Symptom" zeigt: Fieber, trockenen Husten oder eine Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns. Die Eltern sollen nach der Handreichung in diesem Fall entscheiden, ob das Kind zum Arzt muss. Warten sie ab und bessert sich der Zustand des Kindes, muss dieses mindestens einen Tag fieberfrei und in gutem Allgemeinzustand sein, ehe es wieder in die Kita oder in die Schule darf. Gehen die Eltern mit dem Kind zum Arzt, entscheidet dieser, ob ein Corona-Test nötig ist. Fällt er negativ aus, bleibt das Kind zu Hause, bis die obige Bedingung erfüllt ist. Bei einem positiven Test greifen die Bestimmungen der häuslichen Quarantäne.

Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) sagte im BZ-Interview zu der neuen Regelung und den Verantwortlichkeiten von Einrichtungen und Ärzten: "Wir haben die Ärzteschaft aufgefordert, im Zweifel einen Test durchzuführen, damit es kein Schwarzer-Peter-Spiel gibt. Es soll weder bagatellisiert noch dramatisiert werden, wir empfehlen den Mittelweg." Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) betonte, es gebe nun "Handlungssicherheit im Umgang mit Erkältungssymptomen bei Kindern".