Kita bei Schnupfen möglich

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Sa, 01. August 2020

Südwest

Neue Handreichung für Eltern und Einrichtungen zum Besuch von Kindertagesstätten und Schulen.

Das Land will die Wochen der Unsicherheit für Eltern, Kindertagesstätten, Schulen und Kinderärzte, bei welchen Symptomen ein Kind unter Corona-Verdacht zu Hause bleiben muss, beenden. Das Landesgesundheitsamt hat eine neue Handreichung veröffentlicht, die detaillierte Kriterien nennt. Darin heißt es: "Schnupfen ohne weiteres Krankheitszeichen ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund."

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Kinderärzte im Land hatten in den vergangenen Wochen viel zu tun. Weil Kindertagesstätten Kinder abwiesen, die Schnupfen hatten, sollten sie beurteilen, ob der Verdacht auf eine Corona-Infektion bestehe, und gegebenenfalls einen Test machen. Bis das Ergebnis vorlag, mussten die Kinder zu Hause bleiben. Deshalb waren auch die Eltern belastet. Zudem herrschte bei Eltern Unmut, weil die Kindertagesstätten nicht einheitlich handelten. Für die Schnupfen-Saison in Herbst und Winter war zu befürchten, dass dann nahezu alle Kinder zu Hause bleiben müssten.

Landesgesundheitsamt und Sozialministerium haben nun eine Handreichung für Kindertagesstätten und Schulen veröffentlicht. Danach dürfen Kinder mit einem "Schnupfen ohne weiteres Krankheitszeichen", also ohne Fieber und mit höchstens leichtem Husten, wie vor der Pandemie in die Einrichtungen kommen.

Ein "Betretungsverbot" gelte dagegen, wenn das Kind ein "Covid-19-typisches Symptom" zeigt: Fieber, trockenen Husten oder eine Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns. Die Eltern sollen nach der Handreichung in diesem Fall entscheiden, ob das Kind zum Arzt muss. Warten sie ab und bessert sich der Zustand des Kindes, muss dieses mindestens einen Tag fieberfrei und in gutem Allgemeinzustand sein, ehe es wieder in die Kita oder in die Schule darf. Gehen die Eltern mit dem Kind zum Arzt, entscheidet dieser, ob ein Corona-Test nötig ist. Fällt er negativ aus, bleibt das Kind zu Hause, bis die obige Bedingung erfüllt ist. Bei einem positiven Test greifen die Bestimmungen für häusliche Quarantäne.

Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) sagte im BZ-Interview zu der neuen Regelung und den Verantwortlichkeiten von Einrichtungen und Ärzten: "Wir haben die Ärzteschaft aufgefordert, im Zweifel einen Test durchzuführen, damit es kein Schwarzer-Peter-Spiel gibt. Es soll weder bagatellisiert noch dramatisiert werden, wir empfehlen den Mittelweg." Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) betonte, es gebe nun "Handlungssicherheit im Umgang mit Erkältungssymptomen bei Kindern".