Endingen

Klassikfestival "Endinger Notenlese" lockt mit hochkarätigem Ensemble

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Mi, 15. September 2021 um 17:59 Uhr

Endingen

Kilian Herold und das Musikforum Kaiserstuhl laden für 16. und 17. Oktober zur "2. Endinger Notenlese" mit hochkarätiger Besetzung ein. Der Vorverkauf für die vier Konzerte hat begonnen.

Das Klassikfestival "Endinger Notenlese" geht in die zweite Runde. Nach der gelungenen Premiere im September 2020 laden Initiator Kilian Herold und das Musikforum Kaiserstuhl in diesem Jahr für 16. und 17. Oktober zur Neuauflage des kleinen, aber feinen Musikfestivals nach Endingen ein. Der Vorverkauf für die insgesamt vier Konzerte hat am Montag begonnen.

Ein Festival in der Heimatstadt

Kilian Herold stammt aus Endingen und ist seit 2016 Professor für Klarinette an der Musikhochschule Freiburg. Als Solo-Klarinettist arbeitet Herold mit vielen großen Orchestern, ist aber auch als Solist und Kammermusiker häufig bei Festivals und Konzerten in Europa und Übersee zu erleben. Herold hatte 2020 die Idee zur "Endinger Notenlese", die das Musikforum Kaiserstuhl aufgriff.

International renommierte Künstlerinnen und Künstler

Die Corona-Pandemie stellte die Veranstalter bei der Premiere 2020 vor besondere Herausforderungen: Wie könnte man trotz klarer Begrenzungen der Besucherzahlen durch die Abstandsregelungen möglichst vielen Menschen ermöglichen, die Konzerte mitzuerleben? Die Lösung: Jedes Konzert wurde zweimal hintereinander gespielt. An diesem bewährten Konzept halten die Organisatoren auch im Herbst 2021 fest.

In vier Konzerten ist mitten in der Zeit der Weinlese am Kaiserstuhl ein hochkarätig besetztes Solisten-Ensemble mit international renommierten Künstlerinnen und Künstlern wie Sarah Maria Sun, Tanja Tetzlaff, Barbara Buntrock, Florian Donderer, Christian Zimmerman und dem künstlerischen Leiter Kilian Herold zu erleben. Gemeinsam mit Stipendiatinnen und Stipendiaten der Freiburger Musikhochschule erklingen Werke von Krenek, Berio, Debussy, Ravel, Purcell und Penderecki. Herold und das Musikforum versprechen "zwei spannende und außergewöhnliche Konzertprogramme".

Musikalische Quellensuche

Im ersten Festivalprogramm "Ursprünge" wird am Samstag, 16. Oktober, im Endinger Bürgerhaus die gefeierte Sopranistin Sarah Maria Sun gemeinsam mit dem Festivalensemble verschiedenen musikalischen Quellen nachspüren. In Luciano Berios "Folk Songs" sind diese Quellen verschiedene Volksmusik-Traditionen ganz unterschiedlicher Kulturen. Melodien aus den USA, aus verschiedenen europäischen Ländern und auch aus dem Orient sind Teil dieser Liedersammlung. Allerdings hat Berio sie rhythmisch und harmonisch neu für ein siebenköpfiges Instrumentalensemble bearbeitet.

Dem gegenüber steht ein, laut Herold aufregendes und fast gänzlich unbekanntes Jugendwerk Ernst Kreneks, "eine echte Entdeckung, die 1921, gar nicht weit vom Kaiserstuhl, in Donaueschingen, uraufgeführte spätromantische Serenade für Klarinette und Streichtrio". Diese Musik finde ihre Ursprünge noch deutlich in der Musik von Gustav Mahler und Richard Strauss.

Vom Barock bis ins 20. Jahrhundert

Das zweite Konzertprogramm "Sweeter than roses", ist am Sonntag, 17. Oktober in der Endinger Peterskirche zu hören. Es verbinde die barocke Vokalmusik Henry Purcells mit Kammermusikwerken des 20. Jahrhunderts, betont Herold. Einige von Purcells schönsten Liedkompositionen für Sopran und Laute treffen auf Ravels berühmte Sonate für Violine und Violoncello, dem vielleicht bedeutendsten Werk für diese Besetzung. Außerdem auf dem Programm: Pendereckis Quartett für Klarinette uns Streichtrio aus dem Jahre 1994, ein tiefes Kammermusikwerk, ein Gespräch vier unterschiedlicher Instrumente im Spannungsfeld zwischen Tanz und Klage.

Vorverkauf und Corona-Regeln

Der Vorverkauf für die "2. Endinger Notenlese" hat am Montag begonnen. Karten gibt es bei der Buchhandlung Vollherbst Koch in Endingen oder per E-Mail an [email protected]. Der Eintritt kostet 16 Euro, Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studenten genießen freien Eintritt.

Das Musikforum Kaiserstuhl weist darauf hin, dass für die Konzerte bis auf weiteres die 3 G-Regel gilt. Zutritt hat, wer genesen, geimpft oder getestet ist. Ebenso sei man verpflichtet, die Kontaktdaten der Besucher zu erfassen. Und um den Gästen ein größtmögliches Sicherheitsgefühl zu geben, behalte man zunächst die Pflicht bei, während der Konzerte im Bürgersaal und der Peterskirche einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Infos zum Festival auch unter http://www.musikforum-kaiserstuhl.de