Tierwohl

In der Schweiz werden Rinder auf der Weide erschossen

Roland Knauer

Von Roland Knauer

Mi, 01. Juli 2020 um 14:23 Uhr

Südwest

BZ-Plus Der Tod in gewohnter Umgebung soll Rindern in der Schweiz den Weg zum Schlachthof ersparen – und damit sehr viel Stress und Leid. In Deutschland gibt es das Modell ebenfalls, aber nicht flächendeckend.

Bauer Nils Müller vom Hof "Zur Chalte Hose" auf dem Küsnachter Berg im Schweizer Kanton Zürich hat wieder einmal schlecht geschlafen. Der Grund für seine Unruhe: Er will doch am Morgen eines seiner Rinder töten, die er seit ihrer Geburt kennt und liebt. Das fällt ihm offensichtlich ähnlich schwer, wie einem Hunde- oder Katzenbesitzer, der seinen Liebling einschläfern lässt. Nils Müller aber will die Verantwortung für seine Tiere bis zu ihrem Ende selbst tragen. Und er will ihnen viel Stress auf dem Weg zum Schlachthof ersparen.

Daher steigt er am Morgen nach unruhigem Schlaf mit dem finnischen Jagdgewehr mit dem Kaliber .22 Magnum auf einen Hochsitz gleich neben der kleinen Koppel. Von dort zielt er sorgfältig auf eines seiner Tiere, die wie immer Gras und Kräuter mampfen. "Erst wenn ich mir ganz sicher bin, den Kopf des Rindes exakt an der richtigen Stelle zu treffen, schieße ich", erklärt Nils Müller. Eines der Tiere bricht wie vom Blitz getroffen zusammen und bleibt reglos liegen. Die anderen Rinder schauen zwar überrascht, werden aber gleich danach zurück auf ihre Weide getrieben und fressen dort anscheinend ungerührt weiter.

Ab 1. Juli in der Schweiz ...

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