190.000 Euro Mehraufwand

Kostenexplosion bei der Campus-Projektsteuerung in Schopfheim

Nicolai Ernesto Kapitz

Von Nicolai Ernesto Kapitz

Sa, 11. September 2021 um 07:29 Uhr

Schopfheim

Der Gemeinderat soll in der Sitzung am 20. September das Controlling-Budget um rund 190.000 Euro aufstocken. Das Ingenieurbüro hatte deutlich mehr zu tun als erwartet.

Schopfheims größte Baustelle bringt die nächste saftige Verteuerung hervor: Weil die 2019 eingesetzte Projektsteuerung – seinerzeit installiert, um mehr Kostenkontrolle zu haben, – mit dem eigentlich geplanten Stundenbudget nicht zurande kommt, soll der Gemeinderat in seiner Sitzung am 20. September eine Aufstockung des Budgets beschließen. Satte rund 190.000 Euro zusätzlich sollen bis Dezember 2022 an die Ingenieurgruppe Bauen fließen, die das Riesenprojekt betreut. Das Budget steigen damit auf rund 670.000 Euro.

"Unklarheiten in den Ausschreibungstexten"

"Bei Beauftragung der Projektsteuerung wurde seitens der Stadt angenommen, dass ungefähr eine halbe Stelle für die Aufgabe reichen würde, um das Projekt bis Ende 2022 abschließen zu können", heißt es in der Gemeinderatsvorlage. "Im Jahr 2020 wurden jedoch deutlich mehr Stunden benötigt, um die verschiedenen Aufgaben bewältigen zu können." Die Verwaltung listet den Mehraufwand der Projektsteuerer seit 2019 detailliert auf. Dieser entstand demnach unter anderem, weil wegen "Unklarheiten in den Ausschreibungstexten" Korrekturen nötig wurden, weil mit dem verantwortlichen Architekturbüro aus Linz "äußerst schwierige" Vertragsverhandlungen geführt werden mussten und weil die Projektsteuerer dem Gemeinderat monatlich die Kostenentwicklung präsentieren müssen, was einen "erheblichen Zeitaufwand" bedeute.

Drainage nicht ausreichend geplant

Ebenso habe das Architekturbüro etwa die Drainage "im Entwurf nicht hinreichend geplant und kalkuliert". Einer der Hauptgründe für die Sprengung des Zeit- und Kostenbudgets sei der Beschluss des Gemeinderats vom Mai 2020, das Technikgebäude und die Zwischendecke in der Aula zu erhalten. All dies habe 2020 "zu einem erhöhten Abstimmungsbedarf der Beteiligten sowie zur Prüfung des Architektenvertrags und wie sich die Veränderung des Entwurfs auf diesen auswirkt" geführt. Auch 2021 habe es bereits zahlreiche Gründe für Mehraufwand gegeben: So habe eine Firma wegen Bauzeitverlängerung Mehrkosten geltend gemacht, bei der Sporthalle mussten verschiedene Ausschreibungen wiederholt werden, weil sie ohne Ergebnis geblieben waren, und mehrer Verträge mit Fachplanern mussten wegen der längeren Bauzeit angepasst werden.

Arbeiten dauern über 2022 hinaus

Bei der Beauftragung der Ingenieurgruppe Bauen 2019 war die Stadt noch davon ausgegangen, das Campus-Projekt bis Ende 2022 abschließen zu können. Jetzt konstatiert die Verwaltung, dass die Arbeiten bis zu diesem Termin nur teilweise fertig werden. Der Abriss des Zwischenbaus, der Umbau von Aula und Werkgebäude und die Fertigstellung der Außenanlagen könnten frühestens im Herbst 2022 beginnen. Es sei nicht anzunehmen "dass der Arbeitsaufwand für die Projektsteuerung im kommenden Jahr reduziert werden kann", heißt es in der Vorlage.

Info: Der Gemeinderat tagt am Montag, 20. September, ab 18.30 Uhr in der Stadthalle.