Corona-Nebenwirkungen

Kreishandwerkerschaft: Baumaterial wird knapper und teurer

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 13. April 2021 um 17:24 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Gestörte Lieferketten und exorbitant steigende Preise seien ein Stresstest für Handwerk und Kunden, schreibt die Kreishandwerkerschaft Freiburg – Breisgau-Hochschwarzwald – Markgräflerland.

Sie sieht nach eigenen Angaben erhebliche "Neben- und Nachwirkungen" der Corona-Krise für das Handwerk und dessen Kunden. Noch sei Corona nicht vorbei, dennoch würden die mittelbaren Folgen der Krise für das Handwerk immer sicht- und spürbarer, wird Kreishandwerksmeister Michael Rauber in der Mitteilung zitiert. Gemeint seien nicht die vom Lockdown unmittelbar und hart betroffenen Friseure, Konditoren, Bäcker oder Metzger, sondern Handwerker, deren Auftragsbücher gut gefüllt seien.

Die Folgen von Werksstilllegungen, gestörten Lieferketten, unerwarteten Verschiebungen der weltweiten Nachfrage und nicht zuletzt einem erheblich veränderten Konsum- und Investitionsverhalten der Kunden beträfen immer mehr Gewerke – in einem bislang nicht gekannten Ausmaß. Weiter heißt es: "Vom Metallbauer über den Zweiradmechaniker bis zu den Baugewerken ergeben sich Probleme in der Materialverfügbarkeit bei zugleich stark anziehenden Preisen." Hinzu kämen durch den Brexit Probleme im Warenaustausch mit den britischen Inseln, so dass zum Beispiel Raumausstatter über Monate auf Stoffe warten müssten.

Bauvorhaben immer unkalkulierbarer

Lieferengpässe etwa bei Holzprodukten, Dämmmaterialien, Beschlägen und sonstigen Materialien für den Innenausbau führen laut Kreishandwerkerschaft dazu, dass viele Handwerksbetriebe wie Maler und Stuckateure, Dachdecker und Zimmerer viele ihrer Aufträge derzeit nicht oder nicht fristgerecht ausführen könnten. Zugleich zögen die Preise für nahezu alle Baumaterialien drastisch an. Dies treffe die Handwerker völlig unerwartet, so Geschäftsführer Bernhard Ritter. Bauvorhaben würden zeitlich und finanziell zunehmend unkalkulierbarer.

Vor diesem Hintergrund werten die Verantwortlichen der Kreishandwerkerschaft politische Vorhaben zur weiteren Verschärfung im Gebäudeenergiegesetz als kontraproduktiv. Mit zusätzlichen Auflagen würden nur noch marginale Energieeinsparungen zu Lasten exorbitant steigender Baupreise erzielt.