BZ-Interview

Rüdiger Nolte: "Von Kahlschlag kann eben nicht die Rede sein"

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mi, 04. September 2013 um 10:25 Uhr

Kultur

Die Pläne zur Neuordnung der Musikhochschulen in Baden-Württemberg haben einen erbitterten Streit entzündet: Reform oder Kahlschlag? Die BZ hat beim Freiburger Rektor Rüdiger Nolte nachgehakt.

BZ: Herr Nolte, selbst informierteren Beobachtern fällt es schwer, sachliche und rein emotionale Kritik noch auseinanderzuhalten. Was ist schief gelaufen?
Nolte: Das würde ich auch gern wissen. Als klar war, dass Kürzungen nicht mehr zu verhindern sind, als drohte, dass ein Standort geschlossen werden soll, haben Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg ein Konzept vorgelegt, das den neuen Rahmen der Kürzungen berücksichtigt, das alle fünf Hochschulstandorte erhält und das versucht, den Auftrag der Ministerin zu erfüllen, trotz Kürzungen sogar noch Qualitätssteigerung zu ermöglichen. Die Ministerin hat unseren Vorschlag mit einstimmiger Zustimmung einer extern geladenen Expertenrunde aufgenommen, allerdings mit der Auflage an Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg, ihrerseits deutliche Verschlankungen und Verbundmaßnahmen zu veranlassen. Dass daraufhin von Mannheim und Trossingen betroffen reagiert wurde, ist nachzuvollziehen. Nicht nachvollziehen kann ich, dass eine breite Öffentlichkeit die Debatte hoch emotionalisiert zum Simpelschema "Böse gegen Gute" reduzierte und dass das auch von mancher Presse so aufgenommen wurde. Wie auch von manchen Politikern. Ich finde es bemerkenswert, dass eine Ministerin versucht, mit Kürzungen gestaltend zu verfahren.
"Das Ministerium hatte ausschließlich drei Möglichkeiten gelassen."
BZ: Sie sprechen von "gestaltend" – andere von "Kahlschlag". Kann man als Betroffener die Debatte überhaupt jenseits einer Sankt-Florians-Politik führen nach dem Motto: Schütz unserer Haus, ...

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