Kunstausstellung in Zeiten von Corona auch virtuell

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Mi, 19. August 2020

Endingen

Bei der Finissage der Endinger Ausstellung "Solidarität" ging der erste Preis an Karine Daniel-Stader / Ausstellung wurde um eine Woche verlängert .

. Künstlern in der Region auch während der Corona-Krise die Möglichkeit zu geben, ihre Werke auszustellen – das war das Ansinnen von Lions Club-Mitglied Annette Greve. Innerhalb kürzester Zeit fanden sich elf Künstler, die am Wettbewerb teilnahmen. Am Sonntag wurden die Preisträger der Ausstellung mit dem Titel "Solidarität" bekanntgegeben. Die Ausstellung in der Kornhalle wurde um eine Woche verlängert.

Zwei Frauenfiguren, die eng umschlungen der Krise trotzen, zeigt das Gemälde "L‘ áppel des cérisiers (Blütenkirschen Ruf)" von Karine Daniel-Stader. Die beiden jungen Frauenfiguren wirken idealistisch stilisiert, ihre farbenfrohe Darstellung ruft beim Betrachter eine positive Stimmung hervor. Halt in der Familie und bei Freunden in schwierigen Zeiten zu finden, kommt in schwierigen Zeiten eine besondere Bedeutung zu, sagt die Künstlerin im Begleittext zu ihrem Bild. Vor allem online vergaben zahlreiche Besucher ihre Punkte an dieses Werk. Mit insgesamt 229 Punkten rückte der "Blütenkirschen Ruf" deutlich an die erste Stelle. Als Jury des Wettbewerbs fungierten die Betrachter, die entweder analog oder virtuell ihr Votum abgaben.

Den zweiten Platz belegte die Radierung "Under Love’s Wings Section I" von Michelle Hothum mit 165 Punkten. Der dritte Platz ging an Joachim Biehls Steinskulptur "Natur des Seins", die 138 Punkte erzielte. Jeder der drei Preisträger erhielt einen Geldpreis von 500 Euro. Außerdem werden die Werke der Künstler das Cover der Adventskalender des Lions Clubs in 2020, 2021 und 2022 bilden. Für die Veranstalter Lions Club Kaiserstuhl-Breisgau und Kunst.Natur.Kaiserstuhl war es überraschend, dass die Stimmabgabe bei der Ausstellung selbst mit 136 Stimmen und in der Online-Galerie mit 149 Stimmen nahezu gleichrangig war.

Sehr erfreut zeigte man sich über die rege Stimmenabgabe. "Es war eine sehr schöne Sache und wir können auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurückblicken", sagte Lions Club Präsident Wilfried Nübler bei der Begrüßung zur Finissage des Wettbewerbs am Sonntagabend. Hinter dem Wettbewerb stand der Wunsch, die Not der Künstler durch die Corona-Pandemie zu lindern. "Wir haben die Künstler selten im Blick, doch sie sind momentan besonders betroffen", so Nübler. Sein Dank galt der Ideengeberin und Organisatorin Annette Greve und dem Partner Kunst.Natur.Kaiserstuhl.

Dass die "großartige Ausstellung" in so kurzer Zeit geklappt habe, freute auch Helmut Schöpflin, Vorsitzender des Vereins Kunst.Natur.Kaiserstuhl. Einen Symbolcharakter hatte für den Vorsitzenden der Auftakt. "Als bei der Vernissage die elf Künstler zwischen den Lebensmittelständen des samstäglichen Marktes ihre Werke zeigten, wurde sinnbildlich veranschaulicht, dass nicht nur Kulinarisches, sondern auch Kunst Mittel zum Leben ist", so Schöpflin. Nach dem Verzicht durch Corona sei es wichtig, den Künstlern die Möglichkeit zur Präsentation ihres Oeuvres zu geben.

Spannend empfand Annette Greve die ungewöhnliche, weil analoge und virtuelle Stimmenvergabe. Sie wies darauf hin, dass der Adventskalender nicht zwingend ein Weihnachtsmotiv erfordere, da die Zeit des Wartens auf die Ankunft auch anders dargestellt werden könnte. Und so sei eben in diesem Jahr das Ankommen in der Solidarität das passende Motiv. Durch den Erlös des Adventskalenders, der am 31. Oktober verkauft wird, könne der Lions Club Geldspenden weitergeben, warb Greve. Sie dankte besonders der Stadt Endingen, die die Kornhalle zur Verfügung stellte und in einem großen Entgegenkommen die Ausstellung um eine weitere Woche bis zum 23. August verlängerte. "Kunst und Kultur ist anziehend für die Städte", sagte Greve und berichtete von einem Besucher, der wegen der Ausstellung erstmalig Endingen besuchte.

Unter den Gästen der Finissage konnten die Veranstalter auch Bürgermeister Daniel Kietz aus Riegel begrüßen. Alle Mitwirkenden erhielten eine Flasche Wein mit dem Ausstellungsplakat als Etikett.