Kurz gemeldet: Wenn Viren Krebs auslösen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 19. Februar 2020

Gesundheit & Ernährung

Tumorproben untersucht.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg arbeitet an einer Bestandsaufnahme zum Thema "Viren und Krebs". In mehr als 2600 Tumorproben von Patienten mit 38 verschiedenen Krebsarten hätten die Wissenschaftler das Erbgut systematisch nach Spuren von Viren untersucht, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit. In 13 Prozent der untersuchten Fälle seien die Forscher fündig geworden. Die Arbeit ist Teil der "Pan-Cancer Analysis of Whole Genomes" (PCAWG), einer Initiative des "International Cancer Genome Consortium" (ICGC).

Die internationale Krebsforschungsagentur in Lyon schätzt, dass etwa eine von zehn Krebserkrankungen auf das Konto von Viren geht. 640 000 Krebsfälle jährlich werden weltweit allein durch humane Papillomviren verursacht. Die Forscher um Peter Lichter vom DKFZ wollten sich nun einen genauen Überblick darüber verschaffen, welche Viren bei welcher Krebsart eine Rolle spielen. "Die Frage, welche Viren mit Krebs in Verbindung stehen, ist für die Medizin hoch relevant", erklärt Erstautor Marc Zapatka vom DKFZ. "Denn bei virusbedingten Krebsarten ist echte Prävention möglich." Mit einer Impfung könne der Infektion vorgebeugt werde.