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Von dpa

Sa, 09. Januar 2021

Bildung & Wissen

Weniger Schweinswale — Plastik in Muscheln

BESTAND IN DER NORDSEE

Weniger Schweinswale

Der Bestand von Schweinswalen in der deutschen Nordsee hat sich von 2006 bis 2019 drastisch reduziert. Das geht aus einer aktuellen Studie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover hervor, die im Fachmagazin Frontiers in Marine Science veröffentlicht wurde. Die Zahl der Tiere sei nach 2002 zwar zunächst angestiegen, insgesamt gesehen sei sie im Zeitraum von 2002 bis 2019 im Durchschnitt pro Jahr jedoch um 1,8 Prozent gesunken. Im Jahr 2019 lebten demnach in der deutschen Nordsee noch rund 23 000 Schweinswale. "Der Trend, den wir hier sehen, ist besorgniserregend", sagte Mitautorin der Studie Anita Gilles.
Besonders beunruhigend sei die Tatsache, dass sich die Schweinswale aus ihrem wichtigsten Schutzgebiet vor Sylt stark zurückgezogen hätten.

WELTWEITES PROBLEM?

Plastik in Muscheln

Wissenschaftler der Universität Bayreuth haben in häufig konsumierten Muscheln Mikroplastik nachgewiesen. Das ist den Forschern zufolge ein weltweites Problem. Muschelproben aus dem Nordatlantik und dem Südpazifik seien am stärksten belastet gewesen, teilte Martin Löder von der Bayreuther Uni mit. Die Forscher untersuchten nach eigenen Angaben die Belastung der europäischen Miesmuschel, der Grünschalmuschel, der gewellten Teppichmuschel und der pazifischen Venusmuschel. Alle 45 Muscheln seien in Lebensmittelgeschäften eingekauft worden. Ein Gramm Muschelfleisch enthielt laut Studie zwischen 0,13 und 2,45 Mikroplastik-Partikel. "Im Moment können wir nicht sagen, ob der Verzehr von Mikroplastik belasteten Muscheln gesundheitsschädlich ist", betonte Löder.