Breitbandausbau

220 Firmen im Lahrer Westen können neues Glasfasernetz nutzen

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Fr, 24. Januar 2020 um 15:45 Uhr

Lahr

Nie mehr Surfen im Schneckentempo: Der Glasfaserausbau in Industrie- und Gewerbegebieten im Lahrer Westen ist beendet. Vodafone hat ihn übernommen, der Stadt entstehen keine Kosten.

220 Firmen im Lahrer Westen können von leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen profitieren. Nach sieben Monaten Bauzeit ist der Breitbandausbau in den Industrie- und Gewerbegebieten abgeschlossen. Die Firma Vodafone finanziert ihn, der Stadt entstehen keine Kosten. 22 Verträge mit Lahrer Firmen liegen bislang vor.

Dass der Breitbandanschluss einer der wichtigsten Standortfaktoren ist, da waren sich am Freitag alle einig: Oberbürgermeister Markus Ibert, IGZ-Geschäftsführer Daniel Halter und Vertreter der Firmen Vodafone und Fast Opticom freuen sich, dass nun einige große weiße Flecken auf der Lahrer Breitbandkarte verschwunden sind. Wo vorher teils nur wenige hundert Kilobit möglich waren, gibt es nun Anschlüsse mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde im Up- und Download. Der Glasfaserausbau im Industriegebiet West, im Zweckverbandsareal am Flughafen, im Bereich Rheinstraße Nord und in der Industriestraße im Stadtteil Langenwinkel ist abgeschlossen.

Glasfaser bis zu den Gebäuden

Was im Ausbau nur sieben Monate dauerte, hat eine längere Vorgeschichte. "Der Druck von Firmenseite war da", sagt Ibert, der langjährige IGZ-Geschäftsführer, rückblickend. Vor rund fünf Jahren hatte die Telekom das Netz ausgebaut. In diesem Zuge wurden aber keine Glasfaserleitungen direkt bis zu den Gebäuden verlegt, sondern nur Kupferleitungen ertüchtigt. Für Firmen reicht das oftmals nicht aus. 2017 trat die Stadt dann der Breitband Ortenau GmbH unter dem Dach des Landratsamts bei. Diese suchte eine Firma, die das Netz ausbaut und betreibt – doch die Ausschreibung blieb erfolglos. Ein Ausbau mit öffentlichen Geldern hätte die Stadt Millionen gekostet, hieß es damals. Vor rund einem Jahr stieg dann die Firma Vodafone ein und finanzierte den Ausbau. Der Stadt entstehen somit keine Kosten.

Die Leitungen wurden im Kanalnetz verlegt

Dann reifte der Plan, die Leitungen größtenteils in Regen- und Schmutzwasserkanälen zu verlegen. Das ging fix und brachte kaum Beeinträchtigungen für den Verkehr. Außerdem wurde der Ausbau deutlich günstiger, Vodafone investierte im hohen sechsstelligen Bereich. Das Glasfasernetz umfasst zwölf Kilometer, davon zehn im Kanalnetz. Hierzu schlossen Stadt und Zweckverband einen Vertrag mit Vodafone ab, die Firma Fast Opticom unterstützte bei der Umsetzung.

Vodafone nutzt das Ausbauverfahren Fiber to the Building (FTB). Das bedeutet, dass jedes Gebäude mit einer eigenen Glasfaserleitung an die Verteilstation angeschlossen wird. Die Bandbreite muss nicht mit anderen Firmen geteilt werden.

"Wir haben ein offene Flanke geschlossen"

IGZ-Geschäftsführer Daniel Halter
"Wir haben eine offene Flanke geschlossen", sagt Daniel Halter. Speziell kleinere Unternehmen profitierten vom Ausbau. Große wie Zalando verfügten bereits über einen eigenfinanzierten Anschluss. Im Umfeld des Online-Händlers, wo noch Grundstücke frei sind, wurden ebenfalls Voraussetzungen für den Glasfaseranschluss geschaffen. Ibert: "Das ist ein schönes Beispiel für eine gute Kooperation von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft in Sachen Breitbandausbau."

Die Schulen sind der nächste Schwerpunkt

Weiße Flecken auf der Karte gibt es in Lahr immer noch. "Wir haben noch lange keine flächendeckende Versorgung mit Breitbandanschlüssen", sagt Ibert. Lücken sieht er beispielsweise noch bei Gewerbegebieten in den Stadtteilen. Als nächsten Schwerpunkt will Ibert die Schulen und öffentlichen Einrichtungen in Lahr in den Blick nehmen. "Es wird noch ein langer Weg", sagt der Rathauschef, "aber wir sind einen bedeutenden Schritt weitergekommen."

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