Notleidende Tiere

Lahrer Stadtrat fordert, dass Tauben im Winter gefüttert werden dürfen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 15. Februar 2021 um 15:32 Uhr

Lahr

Jürgen Durke, Lahrer Stadtrat von der Tierschutzpartei, fordert, dass die Tauben in der Innenstadt in diesem strengen Winter gefüttert werden dürfen.

Jürgen Durke, Bundesgeschäftsführer der Tierschutzpartei und Lahrer Stadtrat für die Fraktion Linke Liste & Tierschutzpartei, sorgt sich um die Tauben im Winter. Bis im Laufe des Jahres eine Lösung für die Situation der Vögel in der Stadt gefunden werde, müsse ihnen geholfen werden.

Die Diskussion um betreute Taubenschläge ist im Gemeinderat über den Winter zum Erliegen gekommen, schreibt Durke. Bis eine Lösung erarbeitet ist, könne es schon längst Sommer geworden sein. "Davon haben die Stadttauben, die gerade jetzt leiden und sterben, jedoch nichts, da sie in den meisten Fällen weder angemessene Nistmöglichkeiten noch Futterquellen zur Verfügung haben", klagt Durke an und kritisiert vor allem das noch immer geltende absolute Fütterungsverbot der Stadtverwaltung.

Fütterungsverbot muss gelockert werden

Gerade in solch harten Winterzeiten und unter den Corona-Bedingungen müsse es gelockert werden. "Es sei denn, die Verwaltung verfolgt trotz der Bekundung des Gemeinderats, dass etwas getan werden muss, weiterhin ihre Politik des Aushungerns und Sterbenlassens der Stadttauben, das ja gerade in diesen Wintermonaten gut zu funktionieren scheint, in Wirklichkeit den Stadttauben jedoch nur mehr Leiden beschert."

Laut Jürgen Durke haben sich bei ihm Menschen gemeldet, die den hungernden Stadttauben helfen wollten, in dem sie sie ihnen Futter geben wollten. Sie seien aber von Privatpersonen aktiv und passiv dazu angehalten worden, die Stadttauben nicht füttern. Da das aber eine Aufgabe des Kommunalen Ordnungsdienstes oder der Polizei sei und nicht von Bürgern, hat sich Durke nach eigenen Angaben am 11. Februar selbst ein Bild von der Situation vor Ort gemacht.

Passanten wollten Durke vom Füttern abhalten

Tatsächlich habe es nicht lange gebraucht bis zu den ersten Reaktionen. "Fotografieren dürfen Sie, aber füttern nicht", habe ihm ein Passant gesagt. Es sei auch weiterhin bei seinem Gang durch die Innenstadt von Menschen verfolgt worden: "Meinem Eindruck nach waren das keine besorgten Anwohner, sondern angestiftete oder angestachelte Leute, die eine Chance sahen, Ärger machen zu können." Deren Motivation sei ihm schleierhaft, weshalb er nur andere Interessensgruppen dahinter vermute, die die Regelung für Stadttauben beibehalten wollten.

Die Stadtverwaltung könnte diese Situation dadurch entschärfen, dass sie eine Ausnahmeregelung zum Fütterungsverbot erlässt. "Besser wäre es, in dieser durch die Pandemie auch für die Tiere besonders harten Winterzeit offizielle Fütterungsstellen auszusprechen." Nach Durkes Ansinnen am besten solange bis es eine Taubenschlaglösung gibt oder sich die kalte Witterung und die Corona-Situation wieder etwas entspannt hat.