Nahverkehr

Land: Region ist mitverantwortlich für den Zustand der Breisgau-S-Bahn

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Di, 04. Februar 2020 um 16:02 Uhr

Freiburg

Der Zweckverband Regio-Nahverkehr hat sich in Stuttgart wegen der Unzuverlässigkeit der neuen S-Bahn beschwert. Die Antwort des Landes: Die Region habe das Betriebskonzept selbst gewollt.

Das Verkehrsministerium weist im Zwist rund um die Breisgau-S-Bahn auf die Verantwortung der Region hin. "Das sehr ambitionierte Betriebskonzept war Grundlage für den Ausbau der Breisgau-S-Bahn und seine Umsetzung wurde so von der Region eingefordert", heißt es aus der Behörde. Und das, "obwohl Experten der DB Regio und auch aus dem Verkehrsministerium bei der Ausplanung noch einmal auf die hohe Komplexität hingewiesen haben".

Am Montag, 3. Februar, hatte der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) sich mit einem offenen Brief an das Land gewandt und Sofortmaßnahmen genannt, wie der Betrieb der Breisgau-S-Bahn verbessert werden könnte. Die Stellungnahme des Ministeriums folgte am Tag darauf. Als ZRF haben sich Freiburg und die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald zusammengeschlossen, um den Nahverkehr voranzubringen.

Das Fahrplankonzept werde demnach "als Gemeinschaftswerk von allen getragen" und sei von der DB Netz als fahrbar ausgewiesen worden. "Es war für alle nicht absehbar, dass das Kuppeln und das Trennen der Fahrzeuge entgegen der Planungen so viel Zeit im täglichen Betrieb beansprucht", heißt es aus Stuttgart. Verkehrsministerium, Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und der ZRF würden im engen Austausch mit der DB Regio stehen, um schnell einen stabilen Betrieb zu erreichen. "So zeigen die letzten Tage, dass die Pünktlichkeit sich immer weiter verbessert."

Land prüft Vorschläge des ZRF – zunächst soll aber das Übergangskonzept umgesetzt werden

Zudem werde von der DB Regio mit dem Übergangskonzept reagiert, das ab dem 17. Februar gelten soll. Es soll die Stabilität des Fahrplans verbessern. "Alle Partner haben dabei gemeinsam vereinbart, nach der Entspannung des Fahrplans und der Stabilisierung des Betriebsablaufes wieder schrittweise auf das ursprünglich geplante und ambitionierte Konzept umzustellen."

Der ZRF hatte unter anderem vorgeschlagen, neue Zügen mit mehr Türen einzusetzen, um schnelleres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. Zu den Vorschlägen, "die uns seit gestern offiziell vorliegen und zeitgleich vom Verband der Presse übermittelt wurden, gab es auf Fachebene am Montag einen ersten Austausch." Das Verkehrsministerium wolle diese mit der NVBW und DB Regio prüfen. Zunächst solle das Übergangskonzept in Betrieb gehen und Wirkung zeigen.

Mehr zum Thema: