Falsch positive Schnelltestergebnisse

Landkreis korrigiert Corona-Zahlen von Ostern nach unten

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Di, 06. April 2021 um 17:35 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald senkt zu Beginn der Osterwoche die Zahl der Coronafälle ab. PCR-Labortests haben mehrere positive Corona-Schnelltests widerlegt , unter anderem in March.

Am Dienstagmorgen hat die Corona-Statistik für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald den Rückwärtsgang eingelegt. Das Landratsamt meldete einen Rückgang der bisher gemeldeten Infektionen um 15 von 7309 auf 7294 Fälle seit Beginn der Pandemie Ende Februar 2020. Grund: Positive Schnelltests wurden bei danach vorgenommenen genaueren PCR-Tests nicht bestätigt. Vor allem in March war eine größere Zahl falsch positiver Schnelltests angefallen.

Negative PCR-Labortests sorgen für Korrektur

Jeder positive Schnelltest, der dem Gesundheitsamt des Landkreises gemeldet wird, fließt in dessen täglich fortgeschriebene Statistik ein. Zugleich folgt jedem positiven Schnelltest ein PCR-Test. Dieser wird in Arztpraxen oder wenigen dafür eingerichteten Testzentren vorgenommen und in einem medizinischen Labor ausgewertet. Sein Resultat liegt erst ein bis drei Tage nach dem Schnelltest vor. Über Ostern gab es – mit Ausnahme des Samstags – nur wenige neue Schnelltests. Zugleich lief die Nachprüfung aller gemeldeten positiven Schnelltests durch PCR-Tests weiter, deren Ergebnisse schlugen also auch an Ostern auf.

Die dabei aufgedeckten falsch positiven Schnelltestergebnisse werden aus der Kreisstatistik wieder gestrichen, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte. Und diese Zahl der negativen PCR-Tests, die einen älteren positiven Schnelltest widerlegten, war höher als die Zahl der über Ostern wenigen, neu gemeldeten positiven Schnelltests.

Mehrere falsch positive Schnelltests am Samstag in March

In March war in dem vom örtlichen DRK betriebenen Testzentrum der Andrang am Samstag enorm groß. Nach Angaben von Jördis Giese vom Hauptamt der Gemeinde gab es statt sonst rund 60 mehr als 230 Schnelltests, von denen über 40 positiv ausfielen, eine auffällig hohe Quote. Bis Dienstagmorgen waren davon zehn Fälle durch inzwischen vorliegende Ergebnisse der PCR-Tests, die über Ostern im Freiburger Abstrichzentrum vorgenommen worden waren, widerlegt.

In March setzt die Gemeinde aus der Landesreserve zur Verfügung gestellte Tests ein. Warum es am Samstag mehrere falsch positive Schnelltests gab, sei unklar. Nicht auszuschließen seien Probleme mit der Sonneneinstrahlung im Bürgerhaus, sagte Jördis Giese. Am Mittwoch vor Ostern waren bei der ebenfalls hohen Zahl von 113 Schnelltests sechs positive angefallen. Diese seien inzwischen auch alle von positiven PCR-Tests bestätigt worden, erklärte Giese.

Landesstatistik und RKI listen nur bestätigte Fälle auf

In der vom Landesgesundheitsamt geführten Statistik, die auch die Basis für die bundesweite Statistik des Robert-Koch-Institutes (RKI) bietet, werden nur bestätigte, in der Regel also durch PCR-Tests erwiesene Infektionsfälle aufgeführt. Sie weist für Ostermontag im Landkreis einen leichten Zuwachs um sechs Fälle auf nunmehr insgesamt 7189 seit Beginn der Pandemie aus.