Corona-Skeptiker

Lautstarker Protest aus dem Autokorso, der von Freiburg in den Kaiserstuhl fährt

bz, dsa

Von BZ-Redaktion & Dirk Sattelberger

Mi, 31. März 2021 um 15:39 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Ein Autokorso von Kritikern der Corona-Auflagen war am Dienstagabend von Freiburg aus ins Umland unterwegs. Weil einige Teilnehmer dabei lautstark protestierten, ermittelt die Polizei.

Wieder war ein Autokorso corona-skeptischer Demonstranten von Freiburg ins Umland unterwegs. Rund 115 Fahrzeuge waren am Dienstag gegen 18.30 Uhr aufgebrochen, wie die Polizei mitteilte. Offenbar gab es unterwegs entgegen der Auflagen Störungen durch Hupen, Megaphon und Lautsprecheranlage, so dass die Polizei Ermittlungen eingeleitet hat. Im Kaiserstuhl versorgte ein Wirt die Teilnehmer mit Vespertüten.

Der Korso sei auf vorgegebener Strecke unterwegs gewesen, so die Polizei, allerdings sei ein Fahrzeug aufgefallen, weil die Person am Steuer entgegen der Auflagen permanent hupte. Später sei aus diesem Fahrzeug zudem durch den Beifahrer ein Megaphon zur Beschallung in Richtung verschiedener Wohngebäude eingesetzt worden. Am Zielort seien die Personalien der zwei Insassen aufgenommen worden, ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren werde eingeleitet. Zudem war laut Polizei auf einem Pkw-Anhänger eine Lautsprecheranlage montiert worden. Von dieser sollen insbesondere in Breisach und Ihringen entgegen der Versammlungsauflagen wiederholt Wohngebäude beschallt worden sein. Auch hierzu gebe es Ermittlungen, so die Polizei.

Im Streckenverlauf kam es ihr zufolge zu kurzfristigen Blockaden des Korsos, etwa gegen 18.55 Uhr durch eine Gruppe von Radfahrern in der Elsässer Straße in Freiburg. Gegen 19 Uhr habe ein Teilnehmer des Korsos mitgeteilt, dass aus einer Hecke Gegenstände auf die Autos geworfen wurden. Ob Schäden entstanden, sei unklar. In Bötzingen habe sich in der Bergstraße um 19.50 Uhr ein Mann dem Korso in den Weg gestellt, die Fahrt wurde für wenige Minuten unterbrochen.

Bei der Fahrt durch eine Kaiserstuhlgemeinde erhielt jeder Teilnehmer des Korsos eine Vespertüte von einem Gastwirt. Er übernahm wohl die Verpflegung, teilte Polizeisprecherin Laura Riske auf Anfrage mit. Er und die Teilnehmer, die im Schleichtempo fuhren, seien auf die Einhaltung einer Coronaregeln hingewiesen worden. Der Wirt habe sich daran gehalten, so Riske. Als der Korso gegen 21.30 Uhr den Zielort Ihringen erreichte, trommelte ein Teilnehmer so laut, dass sich Anwohner gestört fühlten. Dem Mann wurde das Trommeln daher untersagt.