Elsass

Leichtes Erdbeben erschüttert Straßburg im Morgengrauen

Konstantin Görlich

Von Konstantin Görlich

Fr, 04. Dezember 2020 um 07:45 Uhr

Straßburg

Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage hat es in der Region ein leichtes Erdbeben gegeben. Die Erdstöße trafen Straßburg gegen 7 Uhr am Freitagmorgen. Sie haben mit einem Geothermieprojekt zu tun.

Besonders in der Straßburger Innenstadt aber auch in Vororten und auch auf der deutschen Rheinseite bei Kehl war am Freitagmorgen gegen 7 Uhr ein leichtes Erdbeben zu spüren. Über 100 Meldungen aus der Gegend zu dem nur etwa 5 Sekunden langen Beben gingen innerhalb weniger Minuten bei dem Erdbebendienst EMSC ein, der die Stärke der Erschütterungen inzwischen mit 3,8 auf der Richterskala angibt.

Beben menschlichen Ursprungs

Die örtliche Nachrichtenwebsite Dernières Nouvelles D’Alsace spricht in einer ersten Meldung von 3,5 laut Angaben des nationalen Erdbebenüberwachungsnetzwerks. Demnach sei das Erdbeben auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen – ebenso wie ein schwächeres Beben (2,6) nur zwei Minuten später. Um 11.10 Uhr war erneut ein schwaches und ebenfalls menschengemachtes Beben (2,8) in der selben Gegend zu spüren.

Im Raum Straßburg kommt es seit Oktober immer wieder zu leichten Erschütterungen, die mit einem derzeit gestoppten Geothermieprojekt in Verbindung stehen sollen. Dessen Betreiber hat seine Anlage inzwischen als Ursache des neuen Bebens bestätigt und eine Untersuchung eingeleitet. Die wegen vorangegangener Beben bereits ohnehin fast vollständig stillstehende Anlage werde nun vollständig gestoppt, hieß es. Dieser Prozess dauere jedoch einige Zeit und könne weitere ähnliche Beben auslösen, so die Betreiber.

Anwohner der Erdwärmekraftwerks fürchten schon länger um ihre Sicherheit und fordern ein Handeln der Behörden. In diese Richtung zielen am Freitagmorgen auch bereits erste Reaktionen in den Sozialen Netzwerken.

Es hatte aber auch anderswo in der Region in den letzten Tagen leichte Erdbeben gegeben. Zuletzt waren am Dienstagabend Menschen im Kreis Lörrach von einem Beben der Stärke 2,6 aufgeschreckt worden. Einige dachten, es wäre eine Lawine oder eine Explosion.

Keine 24 Stunden vorher hatte auf der Schwäbischen Alb die Erde mit einer Stärke von 3,7 gebebt. Die Erschütterungen, die bis nach Ulm und Straßburg zu spüren waren, hatten Menschen mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und leichte Schäden verursacht, etwa einen Riss in einer Straße.