Leserbriefe

Cornelia Kneser

Von Cornelia Kneser (Lörrach)

Do, 08. April 2021

Kreis Lörrach

IMPFSITUATION IM LANDKREIS
"Die Situation anders erlebt"
Eine Leserin äußert sich zur Impfquote im Landkreis , ein anderer zu fehlgeleiteten Impfdosen.

Wie kann es sein, dass im Land Baden-Württemberg bis zum 30. März bei den Erstimpfungen eine Quote von 11 Prozent erreicht wurde, im Landkreis Lörrach aber gerade mal 6,2 Prozent? Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl macht eine Differenz von 4,8 Prozent auf den Landesdurchschnitt knapp 11 000 Personen aus, die nicht geimpft wurden. Und im Landesdurchschnitt haben zu diesem Zeitpunkt bereits 4,7 Prozent eine Zweitimpfung erhalten aber nur knapp 2 Prozent im Landkreis Lörrach, also weniger als die Hälfte! Weshalb wird, abgesehen von dem Streit um die Impfungen in Efringen-Kirchen, alles so dargestellt, als liefe es rund mit der Organisation der Impfungen?

Als eine der Betroffenen vom Impfstopp für Astrazeneca habe ich die Situation anders erlebt. Nachdem es zunächst hieß, alle am Tag der Bekanntgabe des Impfstopps abgesagten Termine seien verloren, kam Stunden später per E-Mail die Botschaft, man habe die Daten doch auf eine Warteliste retten können und die werde bis zum 22. März abgearbeitet, erst dann werde der Online-Terminservice wieder freigeschaltet. Das war schon die erste Achterbahnfahrt, denn im Hinterkopf hatte ich, dass seit meiner Anmeldung zur Impfung Millionen Menschen neu als Impfberechtigte zugelassen wurden. Nichts geschah, so dass ich am 23. März über den Terminservice erfahren durfte, dass die Frist für die Abarbeitung der Warteliste bis zum 26. März verlängert wurde. Über die Seite des Landratsamtes konnte man herausfinden, dass das Callcenter des Sozialministeriums die Terminvergabe an sich gezogen habe. Am Donnerstag um 17 Uhr kam vom Lörracher Impfzentrum die E-Mail mit einem Terminangebot. Dass in Zeiten einer Pandemie vieles schief geht und viele an ihren Grenzen arbeiten, kann kaum anders sein, und allen, die sich mit immensem Einsatz engagieren, gebührt größter Dank und Respekt. Dass aber die Außendarstellung so überhaupt nicht mit dem übereinstimmt, was in der Realität stattfindet, frustriert auf völlig unnötige Weise und untergräbt das Vertrauen in die Institutionen massiv. Cornelia Kneser, Lörrach