Leserbriefe

Bernhard Lillig

Von Bernhard Lillig (Rheinfelden)

Do, 17. September 2020

Rheinfelden

RHEINFELDENS BÄDER
"Ein Armutszeugnis"
Zum Artikel: "Schwimmer sitzen auf dem Trockenen" erreichte uns dieser Leserbrief:
Während in Rheinfelden nicht nur in der letzten Schulferienwoche, sondern auch noch bis zum Ende der dritten Septemberwoche bestes Badewetter herrscht und in umliegenden Gemeinden die Freibäder noch geöffnet haben, ist das Rheinfelder Freibad am 7. September vorzeitig geschlossen worden. Die Begründung der Stadtverwaltung, die nächtlichen Temperaturen hätten einen unverhältnismäßigen Energieeinsatz zum Halten der Beckentemperaturen nötig gemacht, ist äußerst dürftig. Hätte man in der Vergangenheit dieses Argument gezogen, hätte das Freibad nie schon im Mai öffnen dürfen. Mit dem Killerargument, die Kosten seien zu hoch, kann man bekanntlich fast alles begründen. Der Betrieb eines städtischen Freibades ist nicht kostendeckend und muss es auch nicht sein, da die Städte damit ihrer sozialen Verantwortung nachkommen. Mit der vorzeitigen Schließung des Rheinfelder Freibades sind die Verantwortlichen der Stadtverwaltung dieser sozialen Verantwortung gegenüber den Bürgern und den Vereinen, die das schöne Wetter noch gerne zum Schwimmen genutzt hätten, nur ungenügend nachgekommen und haben sich selbst ein Armutszeugnis ausgestellt.

Bernhard Lillig, Rheinfelden

STADTRADELN

Infrastruktur verbessern
Zum Stadtradeln erreichte uns dieser Leserbrief:
Zum wiederholten Mal beteiligt sich die Stadt Rheinfelden an der bundesweiten Aktion Stadtradeln und verweist stolz auf die Teilnehmerzahlen und die gefahrenen Kilometer. Nun erleben wir seit März 2020 nicht nur bundesweit, sondern auch in Rheinfelden eine deutliche Zunahme des Radverkehrs, und der soll nun durch die Aktion Stadtradeln noch einmal gesteigert werden. So weit ist alles gut.

Schaut man sich die offiziellen Ziele der Aktion "Stadtradeln" an, erfährt man, dass es dabei auch um die Infrastruktur (Radwege, Radschutzstreifen, Stellplätze usw.) für Radfahrer geht. Darüber verliert die Stadt in ihrer Stellungnahme kein Wort, denn dann würde sie beim Aufzählen ihrer Versäumnisse lange nicht fertig werden und wäre dann immer noch meilenweit von einer zukunftsfähigen Verkehrsplanung für Rheinfelden entfernt.

Jüngstes Beispiel ist das das vorgelegte Radstreifenschutzkonzept, das den parkenden Fahrzeugen höchste Priorität einräumt, dadurch bestehende Gefährdung von Radfahrern einfach in Kauf nimmt und dringend erforderliche Verkehrsflächen für stehende Fahrzeuge vergeudet.

Wenn die Stadt die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer nicht konsequent in Angriff nimmt und zeitnah umsetzt ist die ganze Aktion Stadtradeln nur Augenwischerei und Rheinfelden wird im Ranking der fahrradfreundlichen Städte noch weiter nach hinten rutschen.

Georg Staudenmayer, Rheinfelden