Leserbriefe

Birgit Lemke (Lahr )

Von Birgit Lemke (Lahr )

Mi, 27. November 2019

Lahr

NEUE KREISSTRASSE
Die Betonschlange muss verhindert werden
Zum Bericht über die Infoveranstaltung in Kippenheimweiler zu den Plänen für eine neue Kreisstraße ("Heftiger Gegenwind für die Umfahrung", BZ vom 21. November) meldet sich eine Leserin zu Wort.

Wieder eine neue Umgehungsstraße in Planung. Wieder Ausbreitung des Menschen und Ausbeutung der Schöpfung. Wie lange noch? Jetzt ist es an der Zeit, zu lernen, mit dem auszukommen was vorhanden ist. Denn wer bestimmte Folgen nicht will, sollte auch ein bestimmtes Tun nicht wollen.

Wo sind die Gegenstimmen der Klimaaktivisten, der Grünen und der Christen? Wenn es um Wald- und Bienensterben geht, ist vieles zu hören – aber hier sind alle blind, taub und stumm? Hier ist Einspruch angesagt. Jetzt ist es noch möglich, Schaden zu begrenzen und eine weitere schwarze Betonschlange, die Grün und Leben frisst, zu verhindern. Denn wo der Mensch am Werk ist, ächzt und leidet die Schöpfung mit all ihren Kreaturen. Gleichwohl werden weiterhin jeden Tag in Deutschland große Flächen versiegelt, Insekten und Vögel werden immer weniger. Von der ehemaligen Artenvielfalt der Wildkräuter ganz zu schweigen.

Wie kann man dann immer noch Straßen bauen wollen, die den Lebensraum der Tiere von allen Seiten begrenzen und zu sogenannten Inselpopulationen führen. Diese wiederum führen zum Rückgang und Aussterben von Tierarten, siehe Feldhamster, Rebhuhn oder Goldammer. Warum tritt die Stadt Lahr nicht kategorisch vor die Bürger und den Kreis und verweigert sich jeder neuen Umgehungsstraße?

Sollte die todbringende Straße wider besseres Wissen gebaut werden, bleibt nur festzustellen, dass der Mensch von allen Kreaturen das Ruinöseste ist. Denn wie kann man sehen und nicht erkennen, hören und nicht verstehen? Weil jeder nur auf sein eigenes Wohl bedacht ist – sei es die eigene Qualität der Wohnstraße oder das eigene Vorwärtskommen. Aber, Gott sei’s gedankt, der Mensch wird die Folgen dessen selber tragen müssen.

Birgit Lemke, Lahr


NATIONALES NATURERBE
Der Langenhard hat seinen Reiz verloren
Die Situation auf dem Langenhard lässt eine Leserin nicht unkommentiert.
Wunderschöne Holzskulpturen sind im Vorjahr bei einem Symposium auf dem Langenhard entstanden. Derzeit fristen sie ein trauriges Dasein irgendwo hinter dem Freizeithofgelände, bald wird Gras darüber wachsen. Was würden die freundlichen jungen Männer aus Alajuela, die soviel Herzblut in diese Arbeiten gesteckt haben, dazu sagen?

Der Langenhard hat auch sonst seinen Reiz verloren. Überall stößt man an Elektrozäune und Tore, die einen aus einem ehemals tollen Erholungsgebiet förmlich ausschließen, oder man kommt sich irgendwie eingesperrt vor. Wir fragen uns, wer in so kurzer Zeit so viel Unsinn anrichten kann. Hecken wurden hinter dem Zaun am Hauptweg (in Richtung der Windräder) einfach von oben nach unten abgesägt und überall Bäume erbarmungslos gerodet. Ursula Buhlinger, Lahr