Leserbriefe

Norbert Klein

Von Norbert Klein (Lahr)

Di, 06. April 2021

Leserbriefe Ortenau

PROTEST MIT KINDERSCHUHEN
Die Organisatoren disqualifizieren sich
Zum Artikel über den Protest von Eltern für Kinderrechte in der Corona-Krise in Form von Kinderschuhen vor den Rathäusern Schuttertal und Ettenheim (BZ vom 3. April) erreichte die BZ eine Zuschrift.

Seit einigen Jahren erforsche ich die Schicksale von Opfern des Nationalsozialismus im Raum Lahr. Deshalb bin ich auch nach Auschwitz gefahren, um vor Ort zu erfahren, was in diesem Vernichtungslager geschehen ist. Um die Massenmorde symbolisch für die Besucher des KZ-Museums darzustellen, wurden in einem Raum Berge von Schuhen ausgestellt. Traurig und unfassbar stand ich vor diesem Raum, an dem mich vor allem die im Vordergrund positionierten Kinderschuhe schwer erschütterten. Diese Bilder sind bekannt.

Wer auch nur auf eine ähnliche Weise diese Symbolik einer Ausstellung von Kinderschuhen missbraucht, verunglimpft die Kinderopfer des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Dafür kann ich kein Verständnis aufbringen. Es gibt andere Möglichkeiten, auf die Bedrängnisse der Zeit aufmerksam zu machen. Mit dieser Form disqualifizieren sich die Organisatoren in Dörlinbach und in Ettenheim. Die Veranstalter hätten zudem in Erfahrung bringen müssen, dass die Aktionen, die von Brandburg und Sachsen ausgehen, von Rechtsradikalen unterwandert waren. Diese haben sich zuletzt nie davor gescheut, unzulässige Vergleiche der Corona-Nöte mit den NS-Auswirkungen unserer dunkelsten Vergangenheit zu ziehen. Es ist traurig, dass Menschen aus unserem Umfeld daraus noch nichts gelernt haben. Norbert Klein, Lahr