Lob für den Lärmschutz am "Mengener Tunnel"

Eva Opitz

Von Eva Opitz

Fr, 10. Juli 2020

Freiburg

Der Ortschaftsrat Munzingen diskutierte über den Ausbau der Rheintalstrecke mit 3. und 4. Gleis / Debatte um Schutz von Reben.

. In der Sitzung des Ortschaftsrates am Mittwochabend ging es neben vier teilweise lebhaft diskutierten Bauanträgen um die Auswirkungen auf Munzingen infolge des Ausbaus der Rheintalstrecke mit 3. und 4. Gleis (die BZ berichtete).

Mit Zustimmung der Räte fasste Jürgen Häsler von der Bürgerinitiative MUT (Mensch und Umweltschonenende DB-Trasse) zusammen, was der als "Jahrhundertprojekt" titulierte Bahnausbau für den Ort bedeute.

Im Fokus stand der circa zwei Kilometer lange "Mengener Tunnel" mit zahlreichen Fluchtwegen und Rettungsplätzen vor beiden Tunnelöffnungen. Gerade die Tunnel-Enden hätten in Munzingen die Befürchtung ausgelöst, dass der Lärm des sogenannten Tunnelknalls das Dorf belasten würde. Diese Sorge konnte Häsler zerstreuen. Die Bahn habe beim Lärmschutz über den gesetzlich geregelten Lärmschutz hinaus für Verbesserungen gesorgt. "Wir sind sehr zufrieden", äußerte sich das aktive MUT-Mitglied. Vier Meter hohe Lärmschutzwände auf Munzinger Seite, eine Verlängerung des Tunnels, der dadurch in Tieflage gebaut werden könne, reichten aus, um die Wohnbebauung vor Lärm zu schützen, so Häsler. Berechnungen des Lärms im nahe gelegenen "Alten Weg" hätten zudem gezeigt, dass die Autobahn durch den Bahnausbau nicht lauter werde.

Zu der Frage, wie sich Lärm auf Häuser in Hanglage auswirken werde, nahm Häsler die Bahn in Schutz. Der Lärm stamme von der Autobahn und werde nicht von den Zügen verursache. Ortschaftsrat Klaus Riemann (Unabhängige Liste Munzingen, ULM) sah kaum Gründe für Einwendungen. "Ich habe noch nie eine solch sorgfältige Planung erlebt."

Die Räte hielten es für überflüssig, der aktuelle Beschlussvorlage der Stadtverwaltung nochmals zuzustimmen, da sie im vergangenen Dezember bereits eine Vorlage abgesegnet hatten, die ebenfalls die von der Bahn geänderte und von den Räten begrüßte Planung zu verminderten Baulasten während der Bauphase enthielt (die BZ berichtete).

Konträre Abstimmungen über Bauanträge

Den Bauantrag zum Umbau einer Sauna zu zehn Ferienwohnungen befürworteten die Räte trotz großer Skepsis. Die Befürchtung war, dass anstelle von Feriengästen Wanderarbeiter die Wohnungen nutzen und für "Halligalli" sorgen würden. Der Antrag für ein System, das in Kombination mit Photovoltaik die Reben vor Hagel und Frost schützen soll, war schon einmal Thema im Rat und löste unterschiedliche Reaktion aus: von vorsichtiger Zustimmung für ein überprüfbares Pilotprojekt bis hin zu starker Ablehnung. "Es wäre ehrlicher, die Fläche zu roden und eine Photovoltaikanlage zu installieren", sagte der Winzer Clemens Lang (ULM). Der Burgunder brauche unter anderem viel Licht und werde durch die Anlage beschattet. Trotz seiner vorsichtigen Zustimmung warnte auch Ortsvorsteher Christian Schildecker (Munzinger Wählergemeinschaft) vor einer schleichenden Entwicklung von Landwirtschaft zu Gewerbe. Das Gremium lehnte schließlich ab.

Konträr verliefen die Abstimmungen zu zwei weiteren Bauanträgen: Während der Rat die Erweiterung eines Kellers und zwei Anbauten einstimmig befürwortete, lehnte er ebenso geschlossen einen Carport mit Solaranlage im Wohngebiet "Kurzacker" ab. Zur Begründung führte Ortschaftsrat Klaus Riemann an, dass im Bebauungsplan aufgrund des abfließenden Oberflächenwassers eine Begrünung vorgeschrieben sei.

Sitzungsdauer: 110 Minuten.
Teilnehmer: 11 von 12 Räten.
Zuhörer: 7.