BZ-Weihnachtsaktion

Bei Leben und Wohnen wird Kunst für den guten Zweck erschaffen

Britta Wieschenkämper

Von Britta Wieschenkämper

Di, 03. Dezember 2019 um 08:35 Uhr

Lörrach

In den Werkstätten von Leben und Wohnen stellen Menschen mit Behinderung Deko-Artikel für den Weihnachtsmarkt in Lörrach her. Die Aufträge sind Wertschätzung für die Werkstätten.

Hilfe zur Selbsthilfe ist ein wesentlicher Faktor im Selbstverständnis der BZ-Weihnachtsaktion. Nicht zufällig trägt sie den Namen "Hilfe zum Helfen". Aus diesem Grund kooperiert die BZ schon seit Jahren mit Behindertenwerkstätten in Lörrach, die einen Teil der Preise für die Tombola auf dem Lörracher Weihnachtsmarkt liefern. Die Aufträge sind Wertschätzung für die Werkstätten. Wie bei "Leben und Wohnen" gearbeitet wird, schildert dieser Beitrag.Menschen mit Behinderungen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen ist ein Ziel der gemeinnützigen Gesellschaft Leben und Wohnen. Mit vielfältigen Angeboten unterstützt die Einrichtung als Dienstleister Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen und ihre Angehörigen. Gesellschafter der Einrichtung sind Arbeiterwohlfahrt Baden und der Spastikerverein. Im Wohnheim an der Wiese in Tumringen leben 25 erwachsene Menschen mit Behinderung in drei Wohngruppen. Zusätzlich gibt es noch sechs Plätze für ambulant betreutes Wohnen.

Die Beschäftigung bringt eine Tagesstruktur

Ein wichtiger Baustein im Angebot ist die Förder- und Betreuungsstätte. Dort erhalten behinderte Menschen, die zu stark eingeschränkt sind, um in der Werkstatt für Behinderte zu arbeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten. Die meisten der dort betreuten Personen sind Bewohner von Leben und Wohnen. Sie gehen täglich von 8.30 bis 15.30 Uhr zur Förderstätte, die auf dem Gelände der Oberbadischen Bettfedernfabrik liegt. "Diese Beschäftigung bringt eine Tagesstruktur und Normalität in den Alltag", sagt Doris Meyer, Geschäftsführerin von Leben und Wohnen.

In der Förderstätte widmet man sich kreativen und künstlerischen Beschäftigungen. Die Betreuten können malen, stellen Dekoration wie Windlichter, Kerzen, Tonschalen oder Wachstücher her. So wie Menschen ohne Behinderung gehen die Bewohner täglich zur Förderstätte, um dort etwas zu erschaffen. Die in der Förderstätte hergestellten Produkte werden im angeschlossenen Laden "Hinz und Kunst" verkauft, Bilder werden in Ausstellungen im Glashaus präsentiert. "Diese Tätigkeit stärkt die Teilnehmer in ihrem Bedürfnis, etwas zu schaffen und zu leisten", so Meyer.

Menschen mit Behinderung werden begleitet

Ein weiteres wichtiges Angebot von Leben und Wohnen sind die offenen Hilfen, die jedes Jahr ein umfangreiches Freizeitprogramm mit Kursen, Workshops, Ausflügen und Veranstaltungen aufstellen. Die Ferienangebote für alle Altersgruppen erfreuen sich großer Beliebtheit. Angebote der Freizeitgestaltung sind unter anderem Konzertbesuche, Spieleabende oder Kreativworkshops. In Zusammenarbeit mit dem Radio Wiesental produzieren Teilnehmer Radiosendungen und gemeinsam mit dem Theater Tempus Fugit probt eine inklusive Theatergruppe.

Zu den offenen Hilfen zählt zudem der familienunterstützende Dienst, bei dem Menschen mit Behinderung aller Altersgruppen zuhause in den Familien betreut werden. Leben und Wohnen bietet zudem Assistenzen in der Freizeit, bei der Arbeit oder für den Schulbesuch an. Menschen mit Behinderung werden begleitet, betreut oder gepflegt, sie können hauswirtschaftliche Unterstützung erhalten oder Hilfe im Alltag.

100 Freikilometer im Monat

Sehr erfolgreich ist der Fahrdienst, der in Kooperation mit dem Landkreis angeboten wird. Menschen mit Schwerbehindertenausweis, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind, erhalten 100 Freikilometer im Monat. Sie können diese nach Belieben nutzen. Und natürlich kann auch jeder andere den Fahrdienst bestellen, etwa für Krankenfahrten. "Unsere Fahrer sind speziell geschult und gehen mit Geduld und Einfühlungsvermögen auf die Fahrgäste ein", so Doris Meyer. Mit einer weiteren Begleitung können auch Menschen mit Epilepsie befördert werden.
Die Tombola findet während des Lörracher Weihnachtsmarktes am Stand der Badischen Zeitung statt. Donnerstag bis Sonntag, 5. bis 15. Dezember; Eröffnung 17 Uhr, sonst öffnet er um 10 Uhr (sonntags 11 Uhr) und schließt um 20 Uhr (samstags 21 Uhr). Lose gibt es nur solange der Vorrat reicht.