Ergebnis der Lahrer OB-Wahl

Markus Ibert holt im ersten Wahlgang die meisten Stimmen

Mark Alexander

Von Mark Alexander

So, 22. September 2019 um 20:58 Uhr

Lahr

Wer neues Stadtoberhaupt von Lahr wird, müssen die Wähler in einem zweiten Wahlgang entscheiden: Keiner der Kandidaten konnte am Sonntag die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen.

IGZ-Chef Markus Ibert hat bei der Oberbürgermeisterwahl in Lahr die meisten Stimmen erhalten, gefolgt von Grünen-Bewerberin Christine Buchheit. Eine Enttäuschung ist das Ergebnis für Bürgermeister Guido Schöneboom, der unter 20 Prozent blieb. Die Entscheidung fällt nun in einem zweiten Wahlgang am Sonntag, 6. Oktober. Ob Schöneboom noch einmal antreten wird, ließ er am Sonntag offen.
Liveticker zum Nachlesen: So war der Wahlabend in Lahr

Schwarz und Grün sind die Farben der Balken auf der Graphik, die gegen 19 Uhr am Sonntagabend auf der Leinwand im Gemeinderatssaal dominieren. Markus Ibert, der von CDU und FDP unterstützt wird, hat den ersten Wahlgang mit fast 40 Prozent für sich entschieden. Grünen-Kandidatin Christine Buchheit hat die 30-Prozent-Marke ebenfalls geknackt. Beide kommentieren das Ergebnis mit einem Lächeln. "Ich bin mit dem Zwischenergebnis sehr zufrieden", sagt Ibert. Angesichts von fünf Bewerbern freue er sich über den großen Stimmenanteil. Vor allem in den Stadtteilen hat er gepunktet (siehe Graphik auf ). Er sieht für den zweiten Wahlgang noch viel Potenzial. "Ich will weiter an die Haustüren gehen, mit möglichst vielen ins Gespräch kommen", sagt der 51-Jährige, der Dankesworte an Familie, Wahlkampfteam und Unterstützer richtet.
Aktionsangebot der BZ zur OB-Wahl in Lahr: 3 Monate lesen – nur 1 Monat bezahlen

"Aus dem Stand heraus auf Platz zwei – das ist ein sehr gutes Ergebnis", sagt Christine Buchheit. "Damit kann ich hochzufrieden sein." Die 34 Prozent sieht die 52-Jährige als Motivation, "im zweiten Wahlgang ist alles drin."

Ganz anders ist die Stimmung bei Bürgermeister Guido Schöneboom, den die SPD unterstützt. Schon nach den ersten Zwischenergebnissen ist ihm die Enttäuschung anzumerken. Als das Endergebnis mit unter 20 Prozent vorliegt, fällt es ihm zunächst nicht leicht, dieses einzuordnen. "Damit muss ich mich jetzt erst einmal beschäftigen", lautet seine erste Reaktion. Alle Bewerber hätten einen engagierten Wahlkampf geführt, so der 54-Jährige, das grüne und das rote Lager hätten sich gegenseitig Stimmen weggenommen. Wird Schöneboom im zweiten Wahlgang erneut antreten oder zurückziehen? Am Wahlabend will er sich dazu noch nicht äußern: "Ich habe noch bis Mittwoch Zeit." Eines steht für Schöneboom aber schon fest: "Die Wahlbeteiligung ist erschreckend."

An dieser Meinung gibt es keinen Zweifel. Als Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller verkündet, dass nur 36 Prozent ihre Stimme abgegeben haben, geht ein ungläubiges Raunen durch den Gemeinratssaal. Zuvor hatte Müller den Bewerbern für den "Marathon" gedankt, den sie im Wahlkampf abgeliefert haben. Zumindest für einen Teil der Bewerber ist dieser noch nicht beendet: "Zwei weitere Wochen liegen vor uns", sagt Müller mit Blick auf den zweiten Wahlgang am 6. Oktober. Bis Mittwoch sind noch weitere Bewerbungen möglich.

Durke und Oßwald haben noch nicht entschieden

Offen ist auch, ob Jürgen Durke (Tierschutzpartei) und Lukas Oßwald (Linke Liste) erneut antreten werden. Die beiden Bewerber, die im Gemeinderat eine Fraktionsgemeinschaft bilden, hatten sich mehr erhofft. "Wir hatten damit gerechnet, zumindest das Ergebnis der Kommunalwahl zu toppen", heißt es unisono. Durke hatte auf etwa fünf Prozent gehofft, zwei sind es geworden. Oßwald blieb knapp unter den fünf Prozent, die die Linke Liste bei den Kommunwahl erreicht hatte. Nun wollen sich beide besprechen, ob sie erneut den Hut in den Ring werfen oder wen sie gegebenenfalls unterstützen. Beide betonen einerseits, zumindest erfolgreich für ihre politische Arbeit geworben zu haben. Andererseits sind sie sehr enttäuscht von der Wahlbeteiligung. "Die Hauptaufgabe in Lahr muss sein, die Menschen zu motivieren, am politischen Leben teilzunehmen", sagt Oßwald mit Blick in die Zukunft.

Zumindest auf dem Rathausplatz spiegelt sich die niedrige Beteiligung nicht direkt wider. Immerhin gut 400 Menschen verfolgten den Wahlabend auf einer Großbildleinwand.
Die gesamte Berichterstattung der BZ zur Oberbürgermeisterwahl in Lahr finden sie auf OB-Wahl in Lahr 2019