Nachruf

Martin Wiebel, Förderer der Freiburger Zinnfigurenklause, starb im Alter von 79 Jahren

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 06. August 2022 um 00:01 Uhr

Freiburg

Er war fasziniert von der Geschichtsschreibung im Kleinstformat: Jahrzehntelang förderte Martin Wiebel das Freiburger Mini-Museum Zinnfigurenklause. Nun starb er im Alter von 79 Jahren.

Die Stadt Freiburg erinnert in einer Pressemitteilung an die Verdienste von Martin Wiebel, die dieser sich um die Zinnfigurenklause im Schwabentor erworben hat. Wiebel ist vor wenigen Tagen im Alter von 79 Jahren gestorben.

Martin Wiebel war der Vorsitzende des "Freundes- und Förderkreises der Zinnfigurenklause im Schwabentor", dem Träger jenes Museums, bei dem der Zusatz "Miniatur-" gleich in zweifacher Hinsicht zutrifft. Mini sind nicht nur die Ausstellungsräumlichkeiten in zwei Obergeschossen des östlichen Stadttors (Adresse: Schlossbergring 2), sondern auch die Ausstellungsstücke: mit Zinnfiguren im Kleinstformat nachgestellte Szenen aus der Geschichte der Freiheitsbewegungen in Baden.

Wiebel, geboren am 8. November 1942 in Marburg, kam 1986 aus beruflichen Gründen mit seiner Familie nach Freiburg. Er war Obergeologierat bei der "Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt" in Freiburg. Bereits im Jahr 1991 wurde er Mitglied im damals neu gegründeten Freundes- und Förderkreises der Zinnfigurenklause. Dort sei er, so die städtische Mitteilung "sofort eine Bereicherung" gewesen, da er sich mit dem Thema Zinnfiguren bestens auskannte. Wiebel übernahm die Beschaffung der Zinnfiguren, welche für neu geplante Dioramen benötigt wurden und war auch bei der Planung der neuen, geschichtlichen Darstellungen aktiv. Er vertrat das Zinnfigurenmuseum bei der alle zwei Jahre in Kulmbach stattfindenden Zinnfigurenbörse und warb für das Museum.

2013 übernahm Martin Wiebel im Verein das Amt des Schatzmeisters. 2014 wurde er durch eine Umstrukturierung zum Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod.

Martin Wiebels Tod reiße eine große Lücke in das Vereinsleben, heißt es. Durch sein großes Fachwissen und auch durch seinen unermüdlichen Einsatz sei er im Moment nicht zu ersetzen. "Auf sein Wirken und sein bürgerschaftliches Engagement blickt die Stadt Freiburg mit Dankbarkeit zurück", wird der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach zitiert.