Maskenpflicht: Neue treffen Mitschüler halb verborgen

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Sa, 11. September 2021

Titisee-Neustadt

BZ-SERIE zum Start ins neue Schuljahr: Kreisgymnasium und Realschule kommen auf fast 1200 Schülerinnen und Schüler.

(zwi, pes). Im neuen Schuljahr werden am Kreisgymnasium Hochschwarzwald (KG) 630 Schülerinnen und Schüler in 27 Klassen von 65 Lehrkräften unterrichtet, darunter 87 Fünftklässler. Schulleiterin Jutta Brecht freut sich, dass anders als im Vorjahr die "Kennenlerntage" im Rahmen des sozialen Lernens wieder möglich sind. Alle drei fünften Klassen gehen im Oktober jeweils für zwei Tage auf eine Hütte.

Für alle ausgeschiedenen Lehrkräfte kamen neue Pädagoginnen und Pädagogen ans KGH. Neben dem Fachunterricht können somit auch die Förderstunden in Deutsch, Englisch, Mathematik, Französisch und Latein erteilt werden. Das unterstützt die Schüler in der Aufarbeitung ihrer Lücken. Um ihnen Hilfe zu bieten, hat das Kreisgymnasium für ein Schuljahr noch weitere Fördermaßnahmen in den Hauptfächern beschlossen.

Zu den beiden Referendarinnen mit eigenem Lehrauftrag kommen fünf Schulsemesterpraktikantinnen sowie im Januar neue Referendare. Ein Fremdsprachenassistent aus Irland bleibt das ganze Schuljahr über. Er wird die Englisch-Lehrkräfte in allen Klassenstufen begleiten und auch selbst unterrichten. Dieser muttersprachliche Unterricht sei "ein Gewinn", sagt die Rektorin. Auch ein Konversationskurs im AG-Bereich biete sich an.

Das Angebot einer altersgemäßen Betreuung am Nachmittag in freiwilligen Arbeitsgemeinschaften richtet sich vor allem an die Schüler der unteren und mittleren Klassenstufen. Die neuen AG-Angebote, gemeinsam gestaltet von den vier Schulen des Bildungszentrums Titisee-Neustadt, werden in einem "Marktplatz der Möglichkeiten" am 22. September vorgestellt. Für die Kreisgymnasiasten gibt’s zusätzlich noch eine Hausaufgabenbetreuung. Das Schülerforschungszentrum (SFZ) wird über das ganze Schuljahr hinweg ganz unterschiedliche Kurse anbieten, nicht nur für KGH-Schüler.

Sehr froh sind Brecht und ihr Kollegium, wenn wieder "alle Maßnahmen des sozialen Engagements" möglich werden wie für die Klassenstufe acht das "EchtKlasse"-Projekt, das sich intensiv mit dem Klassenklima, der Kooperation und Kommunikation sowie pubertätsbedingten Rollenkonflikten im täglichen Umgang auseinandersetzt. Die Schüler verbringen zweieinhalb Tage mit zwei geschulten Lehrkräften und der Schulsozialarbeiterin auf einer Selbstversorgerhütte.

Die Schülermedienmentoren (Smepper) begegnen den Schülern in schulinternen Projekten auf Augenhöhe, wenn sie sie im Umgang mit den modernen Medien schulen und vor deren Gefahren warnen. Auch die Berufsorientierung Bogy in Klasse zehn und das 14-tägige Sozialpraktikum in der Klassenstufe neun in hiesigen Einrichtungen, das Einblicke in soziale Berufe bietet, werden möglich.

"Es kostet Kraft", sagt die Schulleiterin über die von den Ministerien geforderte schnelle Umsetzung der Corona-Verordnungen (die BZ berichtete).

Realschule

Die Realschule zählt im Schuljahr 21/22 542 Schülerinnen und Schüler. Damit bewegt sie sich in etwa im langjährigen Durchschnitt, wie Konrektor Malte Haecker sagt. Vor den Ferien sah es danach aus, dass Klassen zusammengelegt werden müssten – in der Zwischenzeit sind aber weitere Schüler hinzugekommen, durch Zuzüge ebenso wie durch Wechsel vom Kreisgymnasium und von der Werkrealschule. So hat sich das Bild geändert: Alle Klassen außer der sechsten sind vierzügig. Die Lehrerversorgung nennt Haecker in Ordnung, "etwas mehr" hätte es sein können. Die Räume der Realschule sind ausgelastet, in die Zimmer im ehemaligen Telekomgebäude werden zwei neunte und zwei zehnte Klassen ausgelagert. Es sei immer die Frage, Stichwort Sicherheit, welchen Schülern der Weg zuzutrauen sei und wie groß für die Lehrer der Aufwand für das Hin und Her.

Alle Unterrichte können angeboten werden, auch Sport. Wieder beginnt eine bilinguale Klasse, die Pioniere sind schon in der neunten Klasse angekommen.

Corona? "Man wird sehen, wie es läuft", sagt der Konrektor, selbstredend gelten die Regeln wie für alle Schulen. Die Maskenpflicht sei schade, besonders für die Fünftklässler, die zum Start ihre neuen Mitschüler und auch die Lehrer nur hinter Mundschutz sehen. Der Schutz sei aber nicht infrage zu stellen, betont Haecker: "Wir müssen schon aufpassen." Das zeigt sich an der Einschulung: Weil der Aufwand zur Einhaltung der Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus in der Franz-Beckert-Halle viel zu groß wäre, wird das für Kinder und Eltern besondere Ereignis auf den Schulhof verlegt und gestaffelt und zeitlich einigermaßen kurz gehalten.