Mehr Busverbindungen, günstigere Tickets

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Di, 17. September 2019

Lahr

WAHLKAMPFTHEMA VERKEHR: Die Positionen der Kandidatin und der Kandidaten für die OB-Wahl in Lahr.

LAHR (malx). Welche Agenda haben die Kandidatin und die Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl? Wo sehen sie Probleme? Was wollen sie umsetzen? Die Badische Zeitung hat aus den Programmen, aus dem Kandidat-O-Mat und den Äußerungen der Kandidaten ihre Positionen zu verschiedenen Themen zusammengestellt: Heute geht es um das Thema Verkehr.

Markus Ibert
Markus Ibert will den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen fördern, ohne die Autofahrer aus den Augen zu verlieren. Wichtig ist ihm, dass der Umstieg von einem Verkehrsträger auf den anderen funktioniert. Besser getaktete Busverbindungen sollen hierbei helfen. Ein-Euro-Tickets für Busse hält Ibert im Stadtgebiet für finanzierbar, nicht jedoch im gesamten Tarifverbund Ortenau. "Tempo 30 sollte nicht generell, jedoch in bestimmten Bereichen in der Innenstadt eingeführt werden", sagt Ibert. Für die B 415 in Kuhbach und Reichenbach müsse mit Nachdruck ein Lkw-Nachtfahrverbot gefordert werden.
Jürgen Durke
Durke plädiert für deutlich günstigere Bustickets in Lahr und der gesamten Ortenau. Einzelne Strecken (zum Beispiel Richtung Kuhbach und Reichenbach) sollten umsonst sein. Den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen will er auch durch Park-and-Ride-Konzepte sowie Investitionen in Elektro- und Wasserstoff-Antriebe fördern. Tempo 30 im Stadtzentrum wird von Durke befürwortet, im Sinne einer weiteren Verkehrsberuhigung und der Erhöhung der Aufenthaltsqualität. Am liebsten wäre ihm eine autofreie Innenstadt.

Christine Buchheit
Die Grünen-Bewerberin wünscht ein Verkehrskonzept, dass den Autofahrern Platz lässt, daneben aber bessere Angebote für Fahrradfahrer und Fußgänger bietet. Besser getaktete Busverbindungen und ein Ein-Euro-Mehrfahrtenticket wie in Lörrach könnten Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen, meint die Grünen-Kandidatin. Echtzeitanzeigen an den Haltestellen und eine leicht zu bedienende Fahrplan-App fürs Mobiltelefon wären ebenfalls hilfreich. Buchheit, die viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, fordert dringend weitere Abstellplätze für die Zweiräder. Weitere Tempolimits in der Innenstadt hält Buchheit nicht für notwendig. Es gebe bereits verschiedene Vorgaben.

Guido Schöneboom
Samstags sollen Busse kostenfrei genutzt werden können, wünscht Schöneboom. Er will ein gestaffeltes Preissystem bei Einzelfahrscheinen. "Kurzstrecken und Fahrten für Schüler/Berufsschüler/Senioren sollen günstiger angeboten werden." Die Taktung müsse vor allem zu Randzeiten und an Wochenenden verbessert werden. Tempo 30 in der Innenstadt lehnt Schöneboom ab: "Zu viel regulierende Vorgaben schränken die Fahrzeugführer unnötig ein." An Hauptverkehrsstraßen oder Straßen ohne Unfallschwerpunkte sieht er keinen Bedarf für weitere Vorgaben. Mit Blick nach Kuhbach und Reichenbach müssten alle rechtlichen Möglichkeiten für ein Lkw-Nachtfahrverbot ausgeschöpft werden.

Lukas Oßwald
Autos haben in der Innenstadt keinen Platz mehr, wenn es nach Lukas Oßwald geht. Im Stadtkern müssen Fußgänger, Radfahrer und Busse Vorrang haben, fordert der Linken-Bewerber. Oßwald sieht Ein-Euro-Tickets im ÖPNV als "ersten Schritt" auf dem Weg zum ticketfreien Busverkehr, wünscht eine engere Taktung bei Pendlerbussen und die weitere Förderung von E-Fahrrädern. Der Linken-Kandidat befürwortet Tempo 30 im Stadtkern. "Nur so wird der Rad- und Fußgängerverkehr dauerhaft sicherer werden können." In Richtung Schuttertal würde Oßwald am liebsten mit einem neuem "Bähnle" fahren, also mit einer Straßenbahnverbindung.