Wahlniederlage

Meuthen nicht als Delegierter für AfD-Bundesparteitag aufgestellt

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Mo, 15. Juli 2019 um 19:00 Uhr

Südwest

Es ist eine Schlappe für Jörg Meuthen. Wegen der Auseinandersetzungen mit dem Landtagsabgeordneten Stefan Räpple fällt der AfD-Vorsitzende im Kreisverband Ortenau bei einer Wahl durch.

Jörg Meuthen, AfD-Bundesvorsitzender, hat sich in seinem Ortenauer Kreisverband am Wochenende als Delegierter für die Bundesparteitage beworben, ist aber nicht gewählt worden. Wie der Kreisverband am Montag mitteilte, wurden der Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz, der Landtagsabgeordnete Stefan Räpple und die Offenburger Stadträte Taras Maygutiak und Knut Weißenrieder zu Delegierten gewählt. Auch unter die vier Ersatzmänner kam Meuthen nicht.


Hintergrund der Entscheidung sind die bundesweiten Auseinandersetzungen in der AfD zwischen dem "Flügel" um Björn Höcke und den gemäßigten Teilen der Partei, insbesondere aber die Auseinandersetzungen vor Ort zwischen Meuthen und Räpple. Gegen den Kehler Abgeordneten, der dem "Flügel" zugerechnet wird, läuft ein Parteiausschlussverfahren, welches Meuthen unterstützt. "Ich habe auf Kreisebene viele Unterstützer", sagte Räpple am Montag der BZ. Offensichtlich konnte er so viele für die Mitgliederversammlung mobilisieren, dass Meuthen bei der Wahl nicht durchkam. Von derzeit 247 Mitgliedern nahmen nach Auskunft des stellvertretenden Sprechers Maygutiak 63 teil.

Meuthens Nicht-Wahl wurde am Montag bundesweit beachtet. "Im Machtkampf mit Höcke erleidet Meuthen eine schwere Schlappe", schrieb die Tageszeitung Welt in ihrer Online-Ausgabe. Der Ortenauer AfD-Mann Thomas Seitz führte die Nicht-Wahl dagegen auf die lokalen Auseinandersetzungen zurück. Es sei "keine Testwahl für den Bundesvorstand gewesen", sagte er der BZ: "In den meisten Kreisverbänden wäre er gewählt worden." Meuthen war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Kommentar: In der AfD ist ein Machtkampf zwischen der Gruppierung um Björn Höcke und den gemäßigteren Teilen der Partei ausgebrochen. Setzt sich Höcke durch, landet die AfD im extremistischen Abseits.