MIT GEWINN LEBEN: Augen auf beim CO2-Ausgleich

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 27. Juni 2020

Wirtschaft

Nicht alle Spendenangebote für Klimaprojekte sind seriös.

Damit umweltbewusste Menschen guten Gewissens einen Flug buchen können, bieten immer mehr Organisationen und Airlines einen CO2-Aus- gleich an. Die Idee: Passagiere spenden einen Betrag für ein Klimaprojekt, durch das an einem anderen Ort Kohlendioxid eingespart wird, etwa durch den Bau einer Solaranlage in Indien. Häufig kann der CO2-Ausgleich während der Flugbuchung erledigt werden. Doch wie lässt sich die Seriosität eines Anbieters überprüfen? Gute Anhaltspunkte sind, wenn klar und verständlich zu den Umweltschutzprogrammen informiert wird und Klimaprojekte mit einem Standard oder Gütesiegel ausgezeichnet sind. Vertrauenswürdig ist laut Experten der Gold Standard. Wichtig ist weiterhin, dass Passagiere nachvollziehen können, wie die
CO2-Menge und die Kompensationszahlung berechnet werden. Je mehr Informationen zum Flug abgefragt werden, desto besser (Start- und Zielflughafen, Zwischenstopps, Flugzeugtyp). Genaue Angaben liefert im Zweifel der CO2-Rechner des Bundesumweltamts. Skepsis ist angesagt, wenn Fluggesellschaften ihren Kunden anbieten, freiwillig einen Pauschalbetrag zu spenden. Zum Beispiel mit der Aufforderung "Spenden Sie 1 Euro für den Klimaschutz". Hier kann weder geprüft werden, wohin das Geld geht, noch reicht der Betrag aus, um den verursachten CO2-Ausstoß auszugleichen.

Peter J. Koop arbeitet beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland in Kehl. Das EVZ berät kostenlos bei Streitigkeiten mit einem Händler im EU-Ausland, in Island, Norwegen oder Großbritannien.
E-Mail: koop@cec-zev.eu
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