Städtische Zuwendung

Musikschule Rheinfelden sorgt sich wegen Zuschusskürzung

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

So, 28. März 2021 um 18:06 Uhr

Rheinfelden

Hinter der Musikschule Rheinfelden liegt ein anstrengendes Jahr. Die Einrichtung hält den Betrieb mit Engagement aufrecht. Sorgen bereitet eine mögliche Kürzung des städtischen Zuschusses um zehn Prozent.

Ein "extrem anstrengendes und für Schüler, Lehrer und Eltern sehr herausforderndes Jahr", liegt hinter der Musikschule Rheinfelden, sagte der Vorsitzende Dieter Burger bei der Mitgliederversammlung im Campus. Er gab nach 24 Jahren im Vorstand sein Amt an Günther Häßler ab Sorgen bereitet eine mögliche Kürzung des städtischen Zuschusses um zehn Prozent.

Mit viel Engagement sei der Unterricht und Musikschulbetrieb weitgehend aufrechterhalten worden. Burger und Musikschulleiter Bernward Braun hoben das außerordentliche Engagement der Lehrkräfte und Schüler hervor, die sich beim Umschalten auf Online-Unterricht größte Mühe gegeben hätten. Sie zeigten sich auch dankbar für "die große Solidarität und Treue der Eltern zur Musikschule". Es habe nur relativ wenige Abmeldungen gegeben, ebenso nur wenige Rückforderungen der Gebühren. Wie Braun mitteilte, wurden 2020 rund 14 600 Euro an Gebühren zurückbezahlt, in den ersten drei Monaten 2021 waren es 10 600 Euro.

Die Musikschule erlebte keinen Einbruch der Schülerzahlen. 2020 hatte sie 1446 Schüler, davon 545 in Kooperationen, sowie 38 Lehrkräfte mit 17,3 vollen Stellen. "Wir stehen auf sicheren Füßen, aber mit leicht bangem Blick in die Zukunft." Sorgen mache man sich mittelfristig um die finanziell schwieriger werdende Situation für viele Familien durch die Corona-Zeit, die sich dann keinen Musikschulunterricht mehr leisten könnten.

Stadtverwaltung will den Zuschuss kürzen

Stünden Kürzungen des Zuschusses der Stadt ins Haus, würde das die Verlässlichkeit der Finanzplanung erschweren, machte Dieter Burger deutlich. Wie er sagte, möchte die Stadt den Zuschuss um zehn Prozent kürzen. Man habe erste Gespräche geführt, um deutlich zu machen, welche Konsequenzen diese Kürzung auch für Zuschüsse des Landes und Kreises hätte. Am 24. April sei ein weiteres Gespräch vorgesehen, bevor es in den Gemeinderat geht. Die Musikschule wird unterstützt von der Stadt Rheinfelden, Gemeinde Grenzach-Wyhlen und neu auch von Schwörstadt. Man brauche diese Verlässlichkeit in der Planung, "sonst werden wir ein Problem bekommen."

2020 stieg der Landeszuschuss von zehn auf 12,50 Prozent, man habe 30 000 Euro Corona-Hilfe erhalten, informierte Burger, "das hat unseren Haushalt gerettet." Für 2020 wird ein Überschuss von rund 44 000 Euro ausgewiesen. 2019 sei fast eine Nulllandung gelungen, mit leichtem Minus, bilanzierte Bernward Braun. Turnusgemäß stünden 2021 Gebührenerhöhungen an. Doch angesichts der Solidarität der Eltern, die diese Zeit so loyal mitgetragen hätten, wolle der Vorstand davon absehen. "Das wäre ein komplett falsches Signal."

Erhebliche Defizite beim Brandschutz

Laut Burger belegt ein Gutachten erhebliche Defizite beim Brandschutz in der Musikschule. Das sei seit zwei Jahren bekannt, doch es habe sich nichts getan. In der EDV verbessert eine neue App die die Kommunikation zwischen Lehrkräften, Schülern und Eltern. Die Digitalisierung habe Einzug gehalten ins Haus, so Musikschulleiter Braun. Auch wenn wieder Präsenzunterricht möglich sei, werde man Video- und Online-Unterricht zusätzlich beibehalten. Denn rund ein Drittel der Eltern bevorzugten Online-Unterricht. 2020 war die Schule nur bei 16 Veranstaltungen aktiv. Doch der Infotag war sehr gut besucht. Geplante Projekte wie ein Musikschulstipendium und eine Singschule in Kooperation mit der Kantorei werden verschoben.

Hannelore Nuss als Stellvertreterin des Oberbürgermeisters würdigte die wertvolle Arbeit der Musikschule als Garant für soziales Miteinander. Schwörstadts Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat hob das "solide Wirtschaften und besonnene Entscheiden" der Verantwortlichen hervor.