Staatsschutz eingeschaltet

Mutmaßlicher Anschlag auf AfD-Bundestagskandidatin in Waldshut

dpa

Von dpa

Mo, 24. Mai 2021 um 12:13 Uhr

Waldshut-Tiengen

Mit einer Stahlkugel ist die AfD-Politikerin Andrea Zürcher eigenen Angaben zufolge beschossen worden. Die 38-Jährige blieb aber unverletzt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen.

Andrea Zürcher, Bundestagskandidatin aus dem Wahlkreis Waldshut, ist den Angaben nach auf ihrer Terrasse in Stühlingen mit einer Stahlkugel von etwa einem Zentimeter Durchmesser beschossen worden. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen. Nach ihren Angaben lag auf dem Grundstück der 38-Jährigen eine Stahlkugel, die üblicherweise mit Schleudern oder Zwillen abgeschossen werde.

Staatsanwaltschaft ermittelt

In welche Richtung die Polizei ermittelt, konnte ein Sprecher des Freiburger Präsidiums am Sonntag nicht sagen und verwies auf die federführende Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen. Eine Sprecherin dieser Staatsanwaltschaft sagte, ermittelt werde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Man arbeite mit dem Staatsschutz zusammen und wolle am Dienstag entscheiden, ob das Verfahren übergeben wird."Wir nehmen den Vorfall sehr ernst", so die Sprecherin.

Der baden-württembergische AfD-Innenpolitiker Daniel Lindenschmid hat nach dem mutmaßlichen Anschlag auf die Bundestagskandidatin eine verschärfte Bedrohungslage für Mitglieder seiner Partei beklagt. Er vermute die Täter im linksextremen Spektrum, das "endlich zerschlagen und finanziell ausgetrocknet werden" müsse, erklärte der Landtagsabgeordnete in der Nacht zum Samstag.

Weitere Attacke auf AfD-Politiker

Ende Februar hatte eine Gruppe von 15 bis 20 Menschen in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) einen AfD-Stand angegriffen. Die Täter rissen den damaligen Landtagskandidaten Stephan Schwarz zu Boden und schlugen ihn. Lindenschmid kritisierte: "Es ist angesichts dieser Entwicklung ein Skandal, dass im grün-schwarzen Koalitionsvertrag das Wort "Linksextremismus" kein einziges Mal vorkommt."