Coronavirus

MVZ Rheinfelden plant Impftag und wirbt um medizinisches Personal

Verena Pichler

Von Verena Pichler

Fr, 19. November 2021 um 08:42 Uhr

Rheinfelden

Das Medizinische Versorgungszentrum in Rheinfelden bietet am Samstag, 27. November, eine Impfaktion an. Der Arzt Tibor Bojti würde gerne noch mehr impfen – dafür sucht er dringend Personal.

War es zu Beginn der Corona-Impfungen der Impfstoff, der fehlte, ist es nun das medizinische Fachpersonal. Diese Erfahrung macht Tibor Bojti in seiner Gemeinschaftspraxis im Hochrheincenter. Er würde gerne mehr Menschen impfen, braucht dazu aber mehr Mitarbeitende. Am Samstag, 27. November, bietet er eine Impfaktion an, Interessierte können sich online für einen Termin eintragen.

Blickt Bojti auf den bisherigen Verlauf der Corona-Impfungen zurück, kommt ihm das Bild einer Autofahrt in den Kopf. "Auf einer Autobahn mit vielen Baustellen und ständigem Stau." Zunächst sorgte die Priorisierung bei den Corona-Impfungen für wenig Tempo, dann die unzureichenden Bestellmöglichkeiten. "Danach sorgten die Meldungen über Nebenwirkungen einzelner Impfstoffe für eine Verunsicherung bei den Menschen", so Bojti.

"Meinen eigenen Mitarbeitenden kann ich nicht noch mehr Arbeit zumuten." Tibor Bojti
Nun sei die Situation eine andere. "Wir können so viel Impfstoff bestellen, wie wir brauchen." Das Problem sei aber, dass es an medizinisch geschultem Personal fehle, der den Stoff an die Frau und den Mann bringt. "Meinen eigenen Mitarbeitenden kann ich nicht noch mehr Arbeit zumuten." Fünf Ärzte arbeiten im MVZ, hinzu kommen 15 medizinische Fachangestellte. Das Impfen unter der Woche nimmt bereits jetzt breiten Raum ein. Am Samstag, 27. November, organisiert Bojti nun einen Impftag, einige Termine sind noch frei (siehe Infokasten). Dafür braucht er jedoch noch Unterstützung. Dabei gehe es insbesondere darum, den Impfstoff aufzuziehen. "Sechs Dosen pro Fläschchen", schildert der gebürtige Ungar und zeigt die Utensilien. Das sei ein Knochenjob.
Mitarbeitende gesucht: Das MVZ sucht noch kurzfristige Verstärkung für die Impfaktion und darüber hinaus. Benötigt werden medizinisch geschulte Kräfte, die sowohl beim Aufziehen der Impfstoffe helfen als auch bei anderen organisatorischen Aufgaben. Dafür wird es eine Aufwandsentschädigung pro Stunde geben. Wer Interesse hat, kann sich per Mail ans MVZ melden: [email protected]

Mit dieser Arbeit vertraut seien viele Menschen, auch wenn sie nicht in Praxen arbeiten. Etwa Labormitarbeitende oder medizinisch ausgebildete Menschen in den Gesundheitsämtern. "Es gibt in der Region bestimmt ganz viel Potenzial solcher Fachkräfte, die für ein paar Stunden einspringen könnten." Bojti denkt dabei nicht nur an seine Praxis, sondern auch an die der Kollegen. "Am besten wäre eine Art Jobbörse, ein Pool, wo Ärzte einen Suchaufruf veröffentlichen könnten und die Fachangestellten wiederum ein Angebot." Einen solchen Pool könnte zum Beispiel die Kassenärztliche Vereinigung aufgleisen.
Termin: Das Medizinische Versorgungszentrum im Hochrheincenter (MVZ) bietet am Samstag, 27. November, einen Impftag an. Verimpft werden Biontech und Johnson & Johnson. Wichtig. Die Terminvereinbarung ist nur online auf der Homepage http://www.mvz-rheinfelden.de möglich. Die Praxis bittet darum, nicht wegen eines Termins anzurufen, da die Mitarbeitenden dies aufgrund des aktuellen Arbeitsaufkommens nicht leisten können.

Eine weitere Hürde im Kampf gegen das Coronavirus sei die Bürokratie. "Es sollte viel einfacher sein, kurzfristig jemanden einzustellen." Aktuell könne er Aushilfen nur über Minijob-Basis anstellen und muss dafür seitenlange Verträge ausfüllen. "Da könnte die Politik, beziehungsweise die Finanzämter einen einfacheren Weg anbieten." Dann, so Bojti, käme die Impfkampagne sicherlich schneller voran. "Die Bürokratie ist wirklich eine unnötige Bremse."