A81 bei Villingen-Schwenningen

Nach tödlichem Unfall mit Felsbrocken: Identität des Fahrers weiter unklar

Konstantin Görlich

Von Konstantin Görlich

Mo, 14. Oktober 2019 um 12:17 Uhr

Südwest

Noch immer unklar ist die Identität des Porsche-Fahrers, der am Samstagabend auf der A81 bei Villingen-Schwenningen mit einem Felsbrocken kollidiert ist. Er war sofort tot.

"Dieser Unfall hätte nicht verhindert werden können, das hätte jedem passieren können", sagt Sarah König vom Polizeipräsidium Tuttlingen. Am Samstagabend gegen 20.30 Uhr war ein Porsche auf der Autobahn A81 gegen einen etwa drei Tonnen schweren Felsbrocken gekracht und in Flammen aufgegangen. "Der bislang noch nicht identifizierte Fahrer erlitt durch die Kollision tödliche Verletzungen", heißt es in der ersten Meldung der Polizei. Auch am Montag danach ist die Identität des Fahrers unklar, erst eine Obduktion der völlig verbrannten Leiche soll Gewissheit bringen.

"Er war sehr, sehr schnell unterwegs." Sarah König
Auch der genaue Unfallhergang muss noch im Detail rekonstruiert werden, etwa, ob der Fahrer noch gebremst hat. Ob es Zeugen gibt, möchte die Polizei noch nicht sagen. Klar ist laut Sarah König nur: "Er war sehr, sehr schnell unterwegs". An der Unfallstelle in Fahrtrichtung Stuttgart, zwischen den Anschlussstellen Tuningen und Villingen-Schwenningen auf Höhe des Rastplatzes Weigenbach, gibt es kein Tempolimit.

Der graue Felsbrocken, etwa einen Meter groß, dürfte auf dem grauen Asphalt in der Dunkelheit erst in letzter Sekunde zu erkennen gewesen sein. Er hatte sich an einem Hang neben der Autobahn gelöst – laut Bild-Zeitung in etwa 20 Metern Höhe – und war bis auf die Überholspur gerollt. Nach dem Unfall lag er etliche Meter weiter auf der rechten Spur, das zeigen Aufnahmen vom Unfallort. Einige Meter dahinter kam das Wrack des Porsche – augenscheinlich ein blauer 911er älteren Baujahrs – zum stehen. Nur noch das Heck ist als solches zu erkennen.

Drei weitere Felsbrocken gesichert

Das Technische Hilfswerk barg den Felsbrocken mit einem Radlader. Erst einen Tag später, am Sonntag gegen 18.30 Uhr, gab die Polizei die Fahrbahn Richtung Stuttgart wieder frei. Zunächst mussten am Hang neben der Autobahn drei weitere, nach einem Bericht des Schwarzwälder Boten etwa gleich große Felsbrocken entfernt werden, die ebenfalls herabzustürzen drohten. Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes geologisches Gutachten solle nun klären, ob der Hang gesichert werden muss.
Update: Laut einer Mitteilung des Freiburger Regierungspräsidiums vom Montagnachmittag wurde der Felsbrocken durch "Wurzeldruck" ins Rollen gebracht. Es handle sich demnach nach ersten Erkenntnissen des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) um eine natürliche Ursache.

Als steinschlaggefährdet ist der Abschnitt nicht bekannt. Die Bild-Zeitung zitiert einen Geotechnik-Experten, der einen solchen Felsschlag im Herbst als ungewöhnlich bezeichnet. Das Risiko sei im Frühjahr am höchsten – nachdem im Winter in Felsritzen gefrorenes Wasser die Felsstücke gespalten hat. Bei der Tuttlinger Polizei kann man sich an keinen vergleichbaren Fall erinnern, so Sarah König.