Die Netzerklärer

Barbara Nolte

Von Barbara Nolte

Sa, 13. Juli 2013

Deutschland

Seit Bekanntwerden des Abhörskandals und der Details zur Internetüberwachung sind Anke und Daniel Domscheit-Berg gefragte Experten.

Sie wirken wie zwei Aussteiger. Er verließ Wikileaks, sie kündigte ihre Festanstellung. Ihr Haus tauften sie "havel:lab". Von dort aus kämpfen Anke und Daniel Domscheit-Berg auf allen Kanälen gegen Machtmissbrauch im Netz.

Ihr Ehemann, sagt Anke Domscheit-Berg, habe Obama gekauft. Im Internet, wo sonst? 39 Euro hat Daniel Domscheit-Berg für den lebensgroßen Pappaufsteller des US-Präsidenten bezahlt. Obama steht also an einem Juninachmittag am Großen Stern in Berlin, inmitten einer Gruppe junger Menschen, die Plakate mit Aufschriften wie "Vereinigte Stasi von Amerika" und "My phone sex is private" mit sich tragen. Es ist eine Demonstration gegen das amerikanische Geheimdienstprogramm Prism, Anke Domscheit-Berg hat sie mitorganisiert. Sie ist eine zierliche Frau, die einen geblümten Rock und Sandalen im Orange der Piratenpartei trägt, für die sie bei der Bundestagswahl im September kandidiert. "Prism zeigt doch: Unter Obama ist Amerika paranoider denn je", sagt Anke Domscheit-Berg. "Ich bin enttäuscht von ihm."

Anke Domscheit-Berg sieht, während sie ihre Unzufriedenheit formuliert, ziemlich zufrieden aus. Sie lächelt. Tage zuvor hat sie eine Petition im Internet gegen Prism mitverfasst. 42 000 Menschen haben unterschrieben. Es gibt also offenbar ein Aufregerthema im Sommer vor der Bundestagswahl: Der US-Geheimdienst hat jeden Monat in Deutschland eine halbe Milliarde Telefonverbindungen, E-Mails, SMS abgegriffen. Dem Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der diese Ungeheuerlichkeiten ans Licht gebracht hat, drohen in seiner ...

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