Wutachschlucht

Von Wildheit und Ausreden: Unterwegs mit dem Wutachranger

Christian Engel

Von Christian Engel

Sa, 15. Oktober 2016 um 13:20 Uhr

Südwest

Die Wutachschlucht ist jung und sie verändert sich noch: Felsen stürzen, Hänge rutschen, Wanderwege müssen verlegt werden. Niemand kann das aufhalten. Ein Besuch.

In der Biegung ist niemand. Dennoch vermutet Martin Schwenninger dort jemanden. Ein Geräusch ist zu hören. Leise. Aber laut genug. Martin Schwenninger kennt das Geräusch: Gummisohlen auf Waldboden. Ein Knirschen, das auf Wanderwegen in der Wutachschlucht nicht selten ist. Und dann tauchen sie auf: zwei Wanderer, die auf dem Badweg bei Boll langsam näher kommen. Martin Schwenninger grinst. "Bestimmt werden sie gleich eine Ausrede auspacken", flüstert er. "Dass sie die Absperrung nicht gesehen haben oder ihnen jemand gesagt hat, sie könnten durchgehen." Als die Wanderer auf seiner Höhe sind, spricht er sie an.

"Guten Tag", grüßt er. "Tag", erwidert der Mann. "Hallo", nuschelt die Frau. Martin Schwenninger trägt eine grüne Fleecejacke, auf dem linken Ärmel ist das Landeswappen aufgenäht, darüber steht "Forst". Er stellt sich als Wutachranger vor und fragt die Wanderer, ob sie die Absperrung nicht gesehen haben. Die Frau nimmt einen Schluck aus ihrer Wasserflasche und schaut in den Wald. Der Mann verschränkt die Arme vor der Brust.

Wanderer hätten ihnen gesagt, man könne hier durchgehen, es würde nichts passieren, sagt er.

"Wir sperren aber nicht umsonst", entgegnet Martin Schwenninger. "Der Weg ist gefährlich. Folgen Sie bitte der Umleitung." Die Frau dreht die Flasche zu, stemmt die Hände in die Hüfte, schaut den Wutachranger genervt an. "Dann kommen wir ja gar nicht zur Schattenmühle."

Der Ranger könnte von dem Tod eines Mannes in der Schlucht erzählen – tut es aber nicht
Martin Schwenninger bleibt ruhig, während er dem Paar erklärt, dass es aus Sicherheitsgründen den Weg nicht benutzen kann. Der ...

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