Wirtschaftsförderer im Interview

Bernd Dallmann über die Wohlfühlfalle und die Perspektiven der Stadt

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Mi, 15. Juni 2011

Freiburg

Freiburg boomt. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt, der Einzelhandel ist zufrieden, der Tourismus ist auf Rekordniveau. Was hat die städtische Wirtschaftsförderung dazu beigetragen? Uwe Mauch und Bernd Kramer haben sich darüber mit Bernd Dallmann unterhalten, der seit fast einem Vierteljahrhundert Geschäftsführer der Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH ist.

BZ: Herr Dallmann, macht es Spaß in einer Stadt wie Freiburg Wirtschaftsförderer zu sein? In einer Stadt, in der sich nicht gerade viele Menschen für Wirtschaft interessieren und begeistern.
Dallmann: Es macht sehr viel Spaß bei einer so guten Entwicklung, aber Sie haben recht, zum Beispiel bei der Haushaltsdebatte oder an den Programmen zur Gemeinderatswahl konnte man sehen, dass Wirtschaft kaum eine Rolle spielt. Als wir vor mehr als 20 Jahren die Aufgabe der Wirtschaftsförderung übernommen haben, war das schon so. Das hat historische Wurzeln, schon vor 150 Jahren gab es Beschlüsse des Gemeinderats, in Herdern und in der Wiehre keine Unternehmen anzusiedeln, insbesondere keine Industrie. Das war damals Strategie.

BZ: Sie konnten in all den Jahren diese Stimmung nicht drehen?
Dallmann: Diese Stimmung ist zum Teil in den Menschen, in ihrem Denken verinnerlicht. Aber man muss auch sagen, dass die wirtschaftlichen Erfolge Freiburgs der letzten Jahre darauf basieren, dass die Industrialisierung damals bewusst klein gehalten wurde. Der industrielle Niedergang hat die Stadt folglich kaum getroffen. Wir profitieren von dem Wechsel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Unsere Basis sind die Universität und die wissenschaftlichen Institute. Und wir profitieren davon, dass Menschen, die mit dem Kopf arbeiten, sich gerne dort niederlassen, wo die Lebensumstände besonders gut sind.

BZ: Die meisten Menschen in Freiburg leben vom Staat. Der größte Arbeitgeber ist die Uniklinik.
Dallmann: Entschuldigung, der Staat ...

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