Krankenkasse wird teurer

dpa

Von dpa

Mi, 16. September 2020

Wirtschaft

Der Zusatzbeitrag steigt.

Für die Krankenversicherungen ist die Pandemie eine besondere Belastung – auch finanziell. 16 Milliarden Euro fehlen. Jetzt hat die Bundesregierung geklärt, wie Mehrausgaben gestemmt werden sollen.

Wegen eines Milliardenlochs bei den gesetzlichen Krankenkassen in der Corona-Krise müssen sich die Mitglieder im neuen Jahr auf höhere Beiträge gefasst machen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2021 soll um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent steigen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) vereinbarten. Die konkrete Höhe des Zusatzbeitrags legen die Kassen dann aber jeweils selbst für ihre Mitglieder fest, sie können dabei vom Durchschnitt abweichen. Neben dem Zusatzbeitrag teilen sich Versicherte und Arbeitgeber den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent. Insgesamt steigt der Krankenkassenbeitrag im Durchschnitt also im kommenden Jahr von derzeit 15,7 Prozent auf 15,9 Prozent.

Der Bund schießt mehr Geld zu

Über die höheren Zusatzbeiträge sollen drei Milliarden Euro hereinkommen. Um den gesamten Zusatzbedarf von 16 Milliarden Euro für 2021 zu decken, sollen weitere acht Milliarden Euro aus Reserven der Kassen aufgebracht werden. Dazu kommt ein extra Bundeszuschuss von fünf Milliarden Euro. Dadurch steigt der Bundeszuschuss auf insgesamt 19,5 Milliarden Euro, wie es in einem zwischen beiden Ministerien vereinbarten Konzept heißt, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Bundesregierung hatte betont, die Sozialbeiträge gerade in der jetzigen Wirtschaftskrise unter 40 Prozent halten zu wollen. "Im Ergebnis bleibt der Gesamtsozialversicherungsbeitrag im Jahr 2021 mit 39,95 Prozent unterhalb der 40-Prozent-Marke", heißt es im Papier. Derzeit sind es 39,75 Prozent: 18,6 Prozent des Bruttolohns für die Rente, 2,4 Prozent für die Arbeitslosenversicherung, 15,7 Prozent für die Krankenversicherung, 3,05 Prozent für die Pflege. Der vereinbarte Finanzierungsmix vermeidet demnach nun eine rein rechnerisch mögliche Verdoppelung des Durchschnittszusatzbeitrags auf 2,2 Prozent. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände begrüßte, dass die Sozialbeiträge unter der 40-Prozent-Marke bleiben.