"Närrische Vielfalt erlebbar machen"

Gabriele Hennicke

Von Gabriele Hennicke

Sa, 11. Januar 2020

Staufen

Schelmenzunft lädt von 31. Januar bis 2. Februar zum Narrentreffen nach Staufen / 3500 Hästräger und 5000 Zuschauer erwartet.

STAUFEN. Mit einem Narrentreffen veranstaltet die Schelmenzunft Staufen vom 31. Januar bis zum 2. Februar das erste Großereignis im Jubiläumsjahr der Stadt. Über 3500 Hästräger aus 35 Zünften und viele Musikgruppen werden die Altstadt mit närrischem Leben füllen. Seit zweieinhalb Jahren laufen die Vorbereitungen des Narrentreffens, das mit Umzug am Sonntag sowie Markttreiben und Fasnetsspielen am Samstag 5000 Zuschauer in die Fa

uststadt locken soll.

"Unter dem Motto,Z' Staufe uffem Märt, machsch Fasnet wie sich’s ghert’ legen wir bewusst den Schwerpunkt auf die traditionelle Fasnet", sagte Oberzunftmeister Armin Wiesler beim Pressegespräch, "wir wollen die Vielfalt der Fasnet am Oberrhein sowie der schwäbisch-alemannischen Fasnet mit ihren Traditionszünften erlebbar machen". Die Idee für das dritte große Narrentreffen in Staufen nach 2000 und 2010 hatte mal wieder Andy Müller, der Zeremonienmeister der Schelmenzunft, die Gründerzunft und zweitältestes Mitglied des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte ist und 2020 85-jähriges Bestehen feiert.

Den Auftakt bildet eine Narrenmesse im Häs in der Pfarrkirche St. Martin am Freitag, 31. Januar, um 18.30 Uhr. Am Samstagmorgen, 1. Februar, um 10.33 Uhr startet der Mendigsmarkt am Samschdig, zu dem etwa 15 auswärtige Zünfte erwartet werden. Es wird Marktstände geben, musikalische Unterhaltung durch die Stadtmusik Staufen, den Musikverein Grunern, die Belchen Bätscher aus Münsterzahl und anderen Musikgruppen und es soll ein lustiges Narrentreiben werden, wie man es in Staufen vom Rosenmontag her kennt.

Ab 17.11 Uhr geht das Markttreiben dann unter dem Motto "Mummeschanz und Hupfdohle" in Fasnetspiele und Fasnetstänze über. Besondere Highlights sind um 18.11 Uhr das Stück "Altweibermühle" der Freien Narrenzunft Wolfach, die Geschichte eines Jungbrunnens, der "Hißgier" der Narrenzunft Neuenburg und der Stadtmusik Neuenburg um 19.11 Uhr und das "Kissleger Fasnetspiel" der Narrenzunft Kisslegger Hudelmale aus dem Allgäu um 20.11 Uhr. "Die Fastnetsspiele bekommt man sonst nur in den Heimatorten der Zünfte zu sehen, das ist eine einmalige Gelegenheit", freut sich der stellvertretende Oberzunftmeister Edgar Bischoff. Anschließend gibt es den ganzen Abend über auf dem Marktplatz und auf dem zum "Schelmenplatz" umbenannten Schladererplatz Brauchtumstänze zu sehen. Auf dem Schelmenplatz wird ein großes Fasnetszelt mit Musik, Speis und Trank aufgebaut, das mit den närrischen Kulissen aus der Belchenhalle dekoriert wird, dazu kommen zwei weitere Zelte und mehrere Getränkestände.

Für 400 der etwa 1300 Hästräger, die am Samstag beim Narrentreffen dabei sind, hat die Zunft Übernachtungen organisiert: Für 300 stehen Plätze in Hotels in Staufen und Umgebung bereit, zu denen sie mit einem Shuttle-Bus-Service gebracht werden. In der Belchenhalle gibt es zudem ein Massenlager, für alle, die zünftiger übernachten wollen.

Sicherheit, Alkohol und Jugendschutz im Blick

Der Höhepunkt des Narrentreffens, zu dem am Sonntag, 2. Februar, um 14.11 Uhr 2700 Hästräger erwartet werden, ist der große Jubiläumsumzug. Die Narren werden sich westlich des Bahnhofs aufstellen, der Umzug führt von der Alten Post über die Hauptstraße, um die Martinskirche herum und über die Albert-Hugardstraße zum Schladererplatz. Die Narren reisen mit 50 Bussen an, Parkmöglichkeiten gibt es auf ausgewiesenen Flächen im Gewerbegebiet. Die Schelmenzunft hat alle Besitzer größerer Parkplätze angeschrieben und so zusätzliche Parkplätze akquirieren können. "Die lokale Gastronomie ist bei der Verpflegung der Narren eingebunden, das ist uns sehr wichtig", sagt Stefan Hilfinger, der sich im 20-köpfigen Organisationsteam um die Verpflegung kümmert. Allein 25 Treffen nur zum Thema Gastronomie habe er in diesem Jahr bereits gehabt, berichtet er. "Arbeitsstunden darf man nicht zählen, Langeweile ist ein Fremdwort für uns", sind sich die Beteiligten einig.

Das ganze vergangene Jahr über schon läuft die konkrete Vorbereitung, seit Oktober die "heiße Phase". Zusammen mit dem Ordnungsamt der Stadt, dem Landratsamt und der Polizei wurde ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Ab Samstagabend läuft ein sogenanntes Krisenmanagement im Hintergrund, von dem die Narren nichts bemerken werden. Alle zwei Stunden werden sich Polizei und die Oberzunftmeister treffen und die Lage überprüfen. "Wir haben uns intensiv mit den Themen Jugendschutz und Alkoholkonsum beschäftigt, werden keine harten Sachen anbieten", sagt Armin Wiesler. Auf die immer wieder im Städtle hörbaren Aussagen angesprochen, man werde als Staufener am Wochenende des Narrentreffens lieber verreisen, sagte der Oberzunftmeister: "Man kann vieles steuern. Wir haben bewusst Traditionszünfte eingeladen und ein abwechslungsreiches Programm entwickelt. Unser Narrentreffen wir ein fröhliches Treffen sein, es lohnt sich, dazubleiben, sich das anzusehen und mitzumachen."

Und wer nach dem Narren-Wochenende so richtig Feuer gefangen hat, dem bleibt die Zusicherung, "`S isch bald wieder so wit, in nur 17 Tag goht`s sie los, die Fasnetszit".

Eine Auswahl der bekannten teilnehmenden Zünfte: Narrenzunft Breisach am Rhein, Narrenzunft Burkheimer Schnecke, Narrenzunft Krutstorze Gottenheim, Höllenzunft Kirchzarten, Narrenzunft Müllemer Hudeli, Narrenzunft Belchengeister und Chäsliwieber Münstertal, Narrenzunft D´Rhiischnooge Neuenburg am Rhein, Welle Bengel Kenzingen, Freiburger Hexen, Freiburger Westhansele, Narrenzunft Schonach, Wiler Rhy Waggis Clique, Schlossberghexen Staufen, Grunerner Eschwaldhexen.