NATURALIE: Pflegt Die Leber: die Puntarelle

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 15. Januar 2022

Gesundheit & Ernährung

Sie müssen ein wenig Ausschau halten auf Ihrem Wochenmarkt, vielleicht haben Sie auch das Glück und einen italienischen Supermarkt in der Nähe: Die Puntarelle hat bei uns Seltenheitswert, gehört aber vor allem im südlichen Italien zum festen Winterrepertoire. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gemüse auch am Kaiserstuhl angebaut. Der sogenannte Vulkanspargel oder Spargelchicorée stammt aus der gleichen Familie wie der Chicorée. Sein Markenzeichen: ein leicht bitterer, zugleich nussiger Geschmack. Den genießt man am besten roh, obwohl Puntarelle sich problemlos wie Blattgemüse dünsten, braten und kochen lassen. "Punta" ist das italienische Wort für Spitze, Puntarelle die Verkleinerung für die frischen, herrlich knackigen Triebe. In ihnen stecken weniger Bitterstoffe als in den äußeren Blättern. Von Cichoriin und Lactucin profitieren Magen und Darm, besonders aber die Leber, die dank der Bitterstoffe Fette besser verstoffwechseln kann. Die Puntarelle versorgt uns auch mit Kalzium, Eisen, Phosphor und Vitamin A, allerdings salattypisch nicht in üppigen Mengen. Für eine schnelle Beilage einen Kopf Puntarelle von den äußeren Blättern befreien und die Spitzen vom Strunk lösen. Jede längs in schmale Streifen schneiden. Wer mag, legt sie kurz in kaltes Wasser, dann rollen sie sich auf, sieht schick aus. Die zarten Blätter dazugeben. Mit Zitrone, Salz, Pfeffer und etwas Olivenöl abschmecken.