Schulentwicklungsprozess

Neubau und Umbauten in der Gewerbeschule Rheinfelden eingeweiht

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

So, 16. Oktober 2022 um 15:17 Uhr

Rheinfelden

Der Regionale Schulentwicklungsprozess ist in einer wichtigen Etappe abgeschlossen. Am Samstag wurden Neubau und Umbauten in der Gewerbeschule Rheinfelden offiziell in Betrieb genommen.

Landrätin Marion Dammann würdigte die zeitgemäße Ausgestaltung der beruflichen Bildung als einen wichtigen Teil, um mit der deutschen Wirtschaft international die Entwicklung mitzubestimmen.

"Hier wurden Lern- und Lebensräume geschaffen, die in ihrer Qualität beispielhaft sind." Landrätin Marion Dammann
"Hier wurden Lern- und Lebensräume geschaffen, die in ihrer Qualität beispielhaft sind, aber auch die Qualität moderner Ausbildung entscheidend mitbestimmen", sagte sie vor den mehr als 100 Gästen. Das im Jahr 2015 vom Kreistag beschlossene Programm zur Umgestaltung der beruflichen Bildung im Kreis sei zukunftsweisend.

Konzentration als zentraler Schritt

Zu den wichtigen Schritten zählte Darmmann den Ringtausch einiger Ausbildungslinien zwischen Lörrach, Schopfheim und Rheinfelden, um Doppelungen zu vermeiden, andererseits durch Konzentration bestmögliche Ausstattung der Schulen zu schaffen.

Für Rheinfelden war die Übernahme der Kraftfahrzeugtechnik der entscheidende Schritt. In Lörrach sei aus räumlichen Gründen die Modernisierung der Werkstätten nicht möglich gewesen, hier sei ein Komplex mit modernster Technik entstanden. Dabei konnte auch der angelaufenen Umstellung von Verbrennungsmotoren auf Elektrofahrzeuge Rechnung getragen werden.

Hebebühnen und Rollenprüfstände

Nicht nur die drei Fahrzeugwerkstätten, auch zwei Elektrolabore sind in diesem Neubaukomplex untergebracht. Auszubildende in der Richtung Fahrzeugtechnik können an Hebebühnen, Rollenprüfständen und Diagnosestationen arbeiten.

Ebenfalls gewichtige Verbesserungen erfuhren die Fachrichtungen Chemie und Kosmetik/Gesundheit durch die vollständige Sanierung ihre Ausbildungsräume im Altbau. Neue Labore und Werkstätten für Chemikanten oder Friseure bieten nun ebenfalls optimale Bedingungen für Ausbildung in die Zukunft.

Marion Dammann würdigte aber auch die Verbesserung der Lern- und Aufenthaltsbedingungen. Heute seien Mensa und Innenhof mit hohem Komfort mehr als nur schönes Zubehör, sondern wichtige Voraussetzungen für Wohlgefühl.

Berufsausbildung ausgewogen verteilt

Oberbürgermeister Klaus Eberhardt erinnerte daran, dass mit dem Schulentwicklungsprozess eine ausgewogene Verteilung der Berufsausbildung im Kreis erreicht wurde. Für das 1959 in Betrieb gegangene Gebäude der Rheinfelder Berufsschule beginne nun eine neue Etappe. Das gebe auch Aufwind für die bewährte Kooperation mit dem Berufsschulzentrum im polnischen Nachbarkreis Lubliniec und im schweizerischen Fricktal.

Martin Müller, Leiter des Referats Berufsbildung im Regierungspräsidium Freiburg, lobte, dass der Kreis Lörrach sehr schnell die Anforderungen erkannt und sich um Fördermöglichkeit beworben hatte. Immerhin 1,7 Millionen Euro der insgesamt 13 Millionen Kosten für den Umbau in Rheinfelden kommen aus der Schulbauförderung des Landes.

Schließung war schon mal Thema

Schulleiter Jürgen Maulbetsch erinnerte sich an die Zeit, als er die Schulleitung übernahm. Damals habe es zwischen den Berufsschulen im Kreis kaum Kommunikation und erst recht keine Kooperation gegeben. Für Rheinfelden geisterte sogar der Gedanke der Schließung umher. Doch nun sei eine superschöne Schule entstanden mit klarer fachlicher Ausrichtung, besser als je zuvor.

Einige hundert Besucher kamen am Samstag in die Schule zum "Tag der offenen Tür", um die neuen Lehreinrichtungen zu sehen. Mit Vorführungen und Mitmachexperimenten stellten Berufsschüler ihre Ausbildung vor. Derzeit umfasst die Gewerbeschule Rheinfelden 58 Lehrkräfte sowie 824 Schülerinnen und Schüler in 45 Klassen. Neben Fahrzeugtechnik werden chemische Berufe, Friseure und zahnmedizinische Fachangestellte ausgebildet.